Wandern und entdecken

Auf über 25 km Länge stehen sie im Halbkreis aufgereiht und schauen auf das hinunter, was ihnen 200 – 500 m tiefer zu Füßen liegt. Man müsste hoch fliegen, um sie alle gleichzeitig auf ein Foto zu bekommen. Zwischen 30 und 40 Gipfel und Spitzen umfassen hufeisenförmig die Cañadas del Teide. Ihren Namen nach sind sie männlich und heißen El Cabezón, El Sombrero, El Roque del Cedro oder El Topo de la Grieta – fast alle. Denn zwei der imposantesten – La Fortaleza und La Guajara – sind eindeutig weiblich, allen Übersetzungsfehlern, die von „dem Fortaleza“ und „dem Guajara“ sprechen, zum Trotz. Man spricht in den Alpen ja auch nicht von „dem Jungfrau“ oder „dem Rote Flüh“. Die Frauenquote unter den Bergen ist allerdings auch auf Teneriffa klein. Gemeinsam ist ihnen, dass sie vor etwa 170.000 Jahren in kürzester Zeit entstanden sind. Ein Tag nur möglicherweise, wahrscheinlich etwas mehr. In geologischen Zeiträumen spielt diese kleine Ungenauigkeit keine Rolle. Sie sind die Überreste und letzten Zeugen eines Berges, den es einmal gab, der sie um mindestens 1000 m überragte, von dem wir uns aber nur ein sehr ungenaues Bild machen können. Seine Trümmer liegen im Atlantik vor Icod de los Vinos; denn dorthin ist er damals hinuntergestürzt, der Vorgänger des Pico del Teide, den die Forscher Prä-Caldera-Vulkan nennen, weil er sich vor Entstehung der heutigen Caldera dort erhob. Auf unserem Weg können wir uns mit Einigem beschäftigen, was von diesem vergangenen Riesen zurückblieb.

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Wandern und entdecken

Kaum jemand wandert noch auf dem Camino Real, der La Laguna mit Candelaria verband und weiter in den Süden führte. Dabei war er über Jahrhunderte die wichtigste Verbindung zwischen der alten Inselhauptstadt und den Gegenden von Abona und Chasna. Als der Chinyero vor mehr als 100 Jahren ausbrach und Santiago del Teide bedrohte, gelangte über ihn die Nachricht nach Santa Cruz und weiter in die Welt. Er war wichtig. Der Bau der kurvenreichen Carretera General, der heutigen TF-28, leitete Anfang des vergangenen Jahrhunderts seinen Niedergang ein. Streckenweise verschwand er regelrecht aus der Landschaft, wurde überbaut oder von Dickicht überwuchert. Aber wo es ihn noch gibt, etwa ab dem Dörfchen Llano del Moro, pilgern auf ihm die Leute aus La Laguna und anderen Orten an den Días de Candelaria zum Heiligtum der Virgen. Bei Machado passieren sie die große Ermita de la Señora del Rosario. Man kann die auf freiem Feld stehende Kirche aus dem frühen 16. Jh. auch über ein Asphaltsträßchen mit dem Auto erreichen. Meistens ist sie verschlossen. Hat man Glück, z.B. sonntags nach der Messe, kann man in ihrem Inneren ein Kuriosum entdecken: Das Konterfei eines Piraten – nach anderen Quellen war er ein Korsar.

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Rückblick

Ein Thema, das nach dreißig Jahren noch immer im Fokus steht und so aktuell ist wie eh und je, sind Stierkämpfe, vor allem aber die Stiertreiben, die während der Sommermonate in vielen spanischen Ortschaften stattfinden. Da Spanien am 1.1.1986 der Europäischen Gemeinschaft beigetreten war, machten sich die internationalen Tierschutzverbände berechtigte Hoffnung, über die EG die Stierkämpfe in Spanien verbieten zu können. Ein Aufruf zum Boykott des Urlaubslands Spanien wegen dieses grausamen Schauspiels war zuvor ins Leere gelaufen, denn viele Touristen ließen sich die Gelegenheit nicht entgehen, in ihrem Urlaub eine echte spanische „Corrida“ zu besuchen.

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