Zapatero und Rajoy kämpften auf den Kanarischen Inseln um Wähler


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Die Spitzenkandidaten der beiden auf nationaler Ebene stärksten Parteien PSOE und PP besuchten im Wahlkampf auch den kanarischen Archipel

Der Countdown läuft: Am 9. März finden in Spanien Parlamentswahlen statt. Aus diesem Anlass besuchten die Spitzenkandidaten der beiden stärks­ten Parteien auf nationaler Ebene, Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero von den Sozialisten (PSOE) und Mariano Rajoy von der konservativen Volkspartei (PP), natürlich auch die Kanarischen Inseln.

Angesichts des besonders in den letzten Monaten immer deutlicher gewordenen Rückgangs der Popularitätswerte der regionalen Coalición Ca­naria (CC) erhoffen sich beide Parteien, unschlüssige Wähler auf dem Archipel für sich gewinnen zu können.

Wegen der beiden Fernseh-Duelle zwischen den Spitzenkandidaten (siehe Seite 43) muss­ten die ursprünglich für ihren Besuch angekündigten Termine kurzfristig geändert werden.

Rajoy: „Zum Regieren bereit“

Als erster reiste am 27. Februar zu einem Blitzbesuch auf den Inseln Mariano Rajoy an. Der PP-Chef hatte ein straffes Programm zu absolvieren, da er innerhalb weniger Stunden je eine Wahlveranstaltung in den beiden kanarischen Provinzhauptstädten Santa Cruz de Tenerife und Las Palmas de Gran Canaria abhalten musste.

Wer sich bei den Meetings allerdings erhofft hatte, Neues über die Einstellung und Pläne der Volkspartei im Hinblick auf den kanarischen Archipel zu erfahren, der wurde enttäuscht. Bis auf wenige Ausnahmen gegen Ende seiner beiden Reden in Santa Cruz und Las Palmas beschränkte sich Rajoy darauf, seine spanienweit erprobten Kampagnen­themen abzuspulen. „Jetzt bin ich bereit, Regierungschef zu werden“, eröffnete er seine Rede, ein angesichts der Tatsache, dass er bereits zum zweiten Mal für das Amt des Minis­terpräsidenten kandidierte, erstaunliches Eingeständnis. Danach ging es hauptsächlich darum, Ministerpräsident Rodríguez Zapatero für alles, was derzeit seiner Meinung nach in Spanien falsch läuft – Immigration, häusliche Gewalt, steigende Preise, hohe Arbeitslosigkeit – , verantwortlich zu machen und natürlich durften auch die Themen Antiterrorpolitik und die gescheiterten Friedensverhandlungen mit der baskischen ETA nicht fehlen.

Die Inseln betreffend versprach der PP-Chef lediglich, sollte er die Wahlen gewinnen, würde seine Regierung die Kos­ten für die auf Gran Canaria und Teneriffa geplanten Züge übernehmen.

Zapatero: Büro auf den Kanaren für die Unterstützung der EU

Etwas konkreter wurde da schon der amtierende Ministerpräsident und PSOE-Spitzenkandidat José Luis Rodríguez Zapatero. Auch er hielt bei seinem Kanaren-Besuch am 1. März Wahlveranstaltungen in den beiden Provinzhauptstädten ab. Begleitet von Juan Fernando López Aguilar, seinem persönlichen Freund und PSOE-Spitzenkandidaten für Las Palmas de Gran Canaria, versprach der Ministerpräsident, auf Gran Canaria ein Büro einrichten zu wollen, von dem aus sämtliche Belange der Kanarischen Inseln im Hinblick auf die Fördermittel für die EU-Randgebiete gesteuert werden sollen. „2010 führt Spanien den EU-Vorsitz und hier auf den Kanaren werden die Zielsetzungen für das Europa der kommenden 20 Jahre ausgehandelt werden“, meinte Zapatero wörtlich. Des Weiteren sprach er lange über die Problematik der illegalen Immigration und kritisierte in diesem Zusammenhang scharf die diesbezüglich vorgebrachten Wahlversprechungen der konservativen Opposition, die nur dazu dienten, Ausländerfeindlichkeit und Angst in der Bevölkerung zu schüren.




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