Wassertaxis in der Kritik


Die Betreiber der 18 Wassertaxis fordern eine Lösung, denn der Anleger, den sie benutzen sollen, erscheint ihnen für ihre Passagiere nicht sicher. Fotos: Alonso Gil

Die 18 Boote, die Besucher nach Lobos bringen, sollen die Sicherheit von Badenden gefährden

Fuerteventura – Im Sommer herrscht auf Lobos Hochsaison. Das kleine Eiland liegt nur 15 Bootsminuten von der Nordküste Fuerteventuras entfernt und ist ein beliebtes Ausflugsziel.

Besucher erreichen die nur 4,5 Quadratkilometer große Insel mit einer Passagierfähre oder mit einem der 18 Wassertaxis, die von neun Unternehmen betrieben werden. Diese rückten in den letzten Wochen in den Fokus der Öffentlichkeit, weil das spanische Küstenamt durch das Anlegen der vielen Schlauchboot-Taxis in der Bucht El Puertito eine Gefahr für die Badegäste sieht. Boote, die das Anlegeverbot an dieser Stelle missachten, müssen mit einer Strafe rechnen.

Die Betreiber der 18 Wassertaxis fordern eine Lösung, denn der Anleger, den sie benutzen sollen, erscheint ihnen für ihre Passagiere nicht sicher. Fotos: Alonso Gil

Die Wassertaxi-Unternehmen haben sich nun zusammengeschlossen und fordern die Gemeinde La Oliva und das Cabildo von Fuerteventura zu einem Treffen auf, um nach einer Lösung zu suchen. Sie schildern, dass die Anlegestelle der Fähre nicht für ihre Boote ausgelegt ist und die Sicherheit der Passagiere beim Ein- und Aussteigen an dem Betonsteg des Anlegers nicht gewährleistet ist. Deshalb fahren sie ihre Kunden bis nach El Puertito. Sie betonen, dass sie schon seit einem Jahr fordern, dass in der Bucht von El Puertito der Bereich für Badegäste und der Bereich zum Anlegen der Boote mit Bojen getrennt werden. Doch weder Gemeinde noch Cabildo hätten bislang Gesprächsbereitschaft gezeigt. Nun haben sie einen schriftlichen Antrag für eine Unterredung gestellt.

Bereits vor einem Jahr kritisierte die Fraktion der Partei Podemos auf Fuerteventura die regelrechte Vermassung der kleinen Insel. Laut Podemos kamen im Sommer 2017 täglich bis zu 2.000 Besucher per Wassertaxi und anderen Booten auf die Insel, während das tägliche Besucherlimit dieses unter Schutz stehenden Naturparks und Biosphärenreservats bei 200 Personen liegt. Das Cabildo müsse für die strikte Einhaltung der Vorschriften sorgen, forderte Podemos damals.

Diesen Sommer zählte Podemos-Parteimitglied Andrés Briansó an einem Freitag im Juli zwischen 8.00 und 20.00 Uhr über 1.300 Personen, die mit Booten das Inselchen erreichten.

Mittlerweile sind insegsamt 18 Boote von neun Wassertaxi-Unternehmen für die Überfahrt nach Lobos im Dienst. Die Betreiber versichern, dass ihre Unternehmen vorschriftsmäßig angemeldet sind und bezeichnen die Strafen wegen Anlegens in El Puertito als ungerecht. Sie erinnern daran, dass sie vor einem Jahr mit Vertretern der zuständigen Behörden ein Abkommen mit einer klaren Regelung für die Nutzung von El Puertito als Anleger getroffen hatten. „Wenn diese Abmachung jetzt plötzlich nicht mehr ausreichend ist, sind wir gern bereit, die Vorschriften zu überarbeiten und zu verbessern“, heißt es in einer Mittelung der Wassertaxi-Unternehmen.

 




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