Über 1.000 Schlangen eingefangen


Die Kalifornische Kettennatter hat sich trotz aktiver Bekämpfung als Neozoon auf Gran Canaria immer weiter ausgebreitet. Foto: lampropeltis

Die Haltung der Kalifornischen Kettennatter ist auf Gran Canaria verboten – trotzdem werden offenbar immer wieder Exemplare ausgesetzt

Gran Canaria – Obwohl es seit einigen Jahren schon ein Programm zur Ausrottung bzw. Dezimierung der Schlangenplage auf Gran Canaria gibt, breitet sich die invasive Kalifornische Kettennatter offenbar weiter auf der Insel aus. Seit Jahresbeginn wurden 1.014 Exemplare dieser ungiftigen Natternart (letzter Stand 14. September 2018) eingefangen, während es im gesamten Jahr 2017 noch 900 Schlangen waren. Die Experten gehen davon aus, dass mittlerweile an die 30.000 Kalifornische Kettennattern in verschiedenen Gebieten der Insel leben.

Für die Ausbreitung der invasiven Art auf Gran Canaria ist der Mensch verantwortlich. Die Kalifornische Kettennatter (Lampropeltis getula californiae) ist eine beliebte Schlangenart für die Haltung im heimischen Terrarium. In die Natur Gran Canarias gelangten die ersten Exemplare durch Freilassung. Sie wurden erstmals 1998 gesichtet, ihre Ausbreitung in der Natur der Insel wurde 2004 festgestellt.

Am häufigsten werden Kalifornische Kettennattern in einem 40 bis 80 Quadratkilometer großen Gebiet im Nord-

osten der Insel gesichtet, in den Gemeinden Telde, Santa Brígida, Valsequillo und San Mateo. Eine zweite Population soll es mittlerweile in Gáldar in einem Gebiet von etwa 11 Quadratkilometern geben.

Im Laufe dieses Jahres wurden mehrere Exemplare an Orten eingefangen, die so weit von den bekannten Lebensgebieten entfernt liegen, dass es kaum sein kann, dass die Schlangen von selbst dorthin gelangt sind. Die Mitarbeiter des Programms zur Bekämpfung der invasiven Art befürchten, dass weiter Schlangen mutwillig aus Terrarien freigelassen werden.

Für die Inselfauna stellen die Nattern eine ernste Bedrohung dar. Auf ihrem Speiseplan stehen zu 94% kleine Reptilien, sodass auch bedrohte Arten wie der endemische Gestreifte Kanarenskink (Chalcides sexlineatus) und die Rieseneidechse von Gran Canaria (Gallotia stehlini) zu ihren Opfern zählen. Die Nattern selbst haben auf der Insel keine natürlichen Feinde.

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