Tropensturm hinterlässt schwere Schäden


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Der Tropensturm “Delta” hat schwere Schäden auf den westlichen Inseln der Kanaren hinterlassen. Die Inseln El Hierro, La Palma, La Gomera und Teneriffa sind bisher am meisten von dem bis zu 130 Stundenkilometer starken Sturm betroffen. Auf dem Teide wurden Geschwindigkeiten von über 200 Stundenkilometern gemessen.

Der Unterricht in den Schulen und an den Universitäten wurde am gestrigen Montag vorsichtshalber unterbrochen und wird erst am Mittwoch wieder aufgenommen. Am schwersten betroffen sind bisher die im Norden Teneriffas befindlichen Städte Santa Cruz de Tenerife und La Laguna. Hier gibt es weiterhin Probleme in der Stromversorgung. Überall auf den Kanarischen Inseln – Gran Canaria, Lanzarote, Fuerteventura werden heute stärker betroffen sein – wird von heruntergefallenen Gegenständen, zerstörten Dächern, umgeknickten Bäumen und Palmen berichtet. Obwohl es Bilder der Verwüstung gibt, ist dank der rechtzeitigen Warnungen kein Chaos entstanden. Dennoch starben bisher sieben Personen, sechs davon waren Immigranten deren Boot vor der Küste von Gran Canaria gekentert ist. Ein 63-jähriger Mann ist auf Fuerteventura von seinem Dach geweht worden, als er gestern Abend einen Schaden reparieren wollte. Sowohl Strom- als auch Telefonleitungen werden im Laufe des Tages wieder komplett funktionstüchtig sein. Auf Teneriffa wurde die Süd-Autobahn TF-1 gesperrt, nachdem ein Strommast quer über die vier Spuren fiel. Einige Fähren hatten gestern Abend große Schwierigkeiten in den Häfen anzulegen. Die J.J. Sister versenkte aufgrund des hohen Wellengangs beim Versuch sie in den Hafen von Santa Cruz de Tenerife zu bringen, einen Abschleppkahn. Drei weitere Personenfähren mussten teilweise von Süd-Teneriffa und La Gomera in den im Norden Teneriffas gelegenen Hafen weitergeleitet werden. Auch der Flugverkehr war betroffen. Der Nord-Flughafen auf Teneriffa Los Rodeos musst gesperrt, und sogar teilweise evakuiert werden. Fernsehaufnahmen zeigen, wie die Polizei die Passagiere in unten gelegene Hallen brachte, als sich Teile der Decke des kürzlich renovierten Gebäudes lösten. Im Universitätskrankenhaus von Teneriffa, ebenfalls im Norden der Insel, mussten zeitweise die fünf obersten Etagen evakuiert werden, als die Fensterfront zu zerspringen drohte. Auf Gran Canaria ist nach Zeugenaussagen der berühmte „Dedo de Dios“ abgebrochen. Dabei handelt es sich um einen Felsen, der aufgrund seiner Form „Finger Gottes“ genannt wird und eine Sehenswürdigkeit darstellt.




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