Todesfälle unter Obdachlosen


Foto: Pixabay

Innerhalb von 24 Stunden wurden in Santa Cruz zwei Männer tot aufgefunden

Teneriffa – Passanten fanden am 24. November unter der Brücke neben dem öffentlichen Schwimmbad Acidalio Lorenzo, welche die Autobahnabfahrt auf die Avenida Reyes Católicos in Santa Cruz bildet, den Leichnam eines Obdachlosen. Sie waren durch einen unangenehmen Geruch aufmerksam geworden und verständigten die Polizei. Ein Rettungsmediziner konnte nur noch den möglicherweise schon Tage zuvor eingetretenen Tod des Mannes feststellen. Aufgrund einer Kopfverletzung wollte der Arzt keinen natürlichen Tod bescheinigen, weshalb die Polizei Ermittlungen aufnahm, um festzustellen, ob der Obdachlose, der mangels Papieren nicht identifiziert werden konnte, eines gewaltsamen Todes gestorben ist.
Nur 24 Stunden später wurde auf dem Platz vor dem Corte Inglés ein weiterer toter Obdachloser entdeckt. Er wies augenscheinlich keine äußeren Verletzungen auf. Eine Obduktion soll auch in diesem Fall die Todesursache klären. Es handelt sich, den Papieren, die er bei sich hatte, zufolge, um einen 44-jährigen Mann italienischer Nationalität.
Die Bürgermeisterin Patricia Hernández rief in diesem Zusammenhang die Inselregierung und die Kanarenregierung dazu auf, ihre Zuständigkeit wahrzunehmen und die Betreuung der Obdachlosen besser zu koordinieren. Die Stadt könne nicht dort tätig werden, wo sie keine Kompetenzen habe. Auf den Straßen der Inselhauptstadt würden zahlreiche Menschen ohne festen Wohnsitz leben, die gesundheitliche und psychische Probleme hätten und medizinische Versorgung benötigen.
In der Obdachlosenunterkunft von Santa Cruz, der einzigen auf der ganzen Insel, können 116 Personen übernachten. Doch es gibt in den Straßen der Inselhauptstadt noch mindestens Hundert weitere, die im Freien übernachten müssen.

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