Rekord bei Organspenden


Bislang wurden vor allem Nieren, Bauchspeicheldrüsen und Lebern in kanarischen Krankenhäusern transplantiert. Foto: EFE

Im zweiten Halbjahr sollen im Universitätskrankenhaus Doctor Negrín Herztransplantationen vorgenommen werden können

Kanarische Inseln/Madrid – José Manuel Baltar, Leiter des Gesundheitsressorts, hat angekündigt, dass sich das Universitätskrankenhaus Doctor Negrín in Las Palmas de Gran Canaria darauf vorbereitet, ab diesem Jahr Herztransplantationen vornehmen zu können. Baltar gab Auskunft über die rekordmäßigen Zahlen des vergangenen Jahres, die dem nationalen Trend entsprechen, denn Spanien hat 2018 erneut den eigenen Weltrekord an Organspendern übertroffen. Zum 27. Mal in Folge belegte Spanien mit einer Quote von 48 Organspendern pro eine Million Einwohner den ersten Platz weltweit.

Laut Baltar wurden in den kanarischen Krankenhäusern im vergangenen Jahr 203 Organtransplantationen vorgenommen – ein neuer Rekord. 110 Personen spendeten ihre Organe, 13% mehr als im Vorjahr. Im Universitätskrankenhaus in La Laguna wurden 102 Transplantationen durchgeführt (96 Nieren, 6 Bauchspeicheldrüsen), im Universitätskrankenhaus La Candelaria in Santa Cruz waren es 42 Leber-transplantationen, im Mutter-Kind-Krankenhaus auf Gran Canaria 64 Nierentransplantationen. Die Solidarität der Spender und ihrer Familien hätten 259 Personen das Leben gerettet, hob Baltar hervor.

José Manuel Baltar, Leiter dees Gesundheitsressorts (4.v.r.) und Conrado Domínguez, Direktor des kanarischen Gesundheitsdienstes (5.v.l.) gaben bekannt, im Universitätskrankenhaus würde man daran arbeiten, bald Herz-transplantationen vornehmen zu können. Foto: gobierno de canarias

Baltar und Conrado Domínguez, Direktor des kanarischen Gesundheitsdienstes (SCS), gaben bekannt, im Universitätskrankenhaus Doctor Negrín würde man daran arbeiten, ab dem zweiten Halbjahr dieses Jahres Herztransplantationen vornehmen zu können. Das betrifft insbesondere die zehn bis fünfzehn Patienten, die jedes Jahr nach Madrid reisen müssen, um dort auf ein passendes Spenderorgan zu warten und sich dort transplantieren zu lassen. Mittelfristig wolle man auch Lungen auf den Kanaren transplantieren können, verkündeten die Verantwortlichen.

Zusammenarbeit mit dem privaten Gesundheitswesen angestrebt

Zwischen 2014 und 2018 ist landesweit die Quote der Organspender um 33% auf 48 Spender pro Million Einwohner gestiegen, wie Gesundheitsministerin María Luisa Carcedo bekannt gab. Mit den Organen der 2.241 Spender des vergangenen Jahres sei das Leben von 5.316 Patienten verlängert worden, erklärte sie.

Trotz der guten Zahlen standen Ende des Jahres etwa 5.000 Patienten auf der Warteliste für eine Organspende. Beatriz Domínguez-Gil, Direktorin der Nationalen Transplantationsorganisation (ONT), begründete diese seit Jahren praktisch anhaltende Zahl der wartenden Patienten damit, dass nicht nur die Zahl der Spender, sondern auch die Zahl der Patienten, die ein Organ benötigten, angestiegen sei. Um das Angebot zu erweitern und die Wartezeit zu verkürzen, verhandelt die ONT derzeit mit den privaten Krankenhäusern über eine Zusammenarbeit. Das private Gesundheitssystem zeigt sich offen für eine Zusammenarbeit, durch welche die Zahl der Spenden um 5% erhöht werden könnte.

Automatisch Organspender

In Spanien sind verstorbene Personen automatisch Organspender, außer sie haben sich zu Lebzeiten klar dagegen ausgesprochen oder ihre Familienangehörigen lehnen die Organspende ab.

Dies ist jedoch nur in 15% der Fälle gegeben, vergleicht man die Quote mit anderen Ländern, wie beispielsweise Großbritannien mit 40%.




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