Regionalregierung nimmt Schließung des Schnellstraßenringes wieder auf


Das letzte Stück des Schnellstraßenrings schließt an den Abschnitt zwischen Icod de los Vinos und El Tanque an. Foto: Moisés Pérez

Verordnung zur Ausschreibung des Vergabeverfahrens unterzeichnet

Teneriffa – Pablo Rodríguez, Leiter der Ressorts Öffentlicher Bau und Transport, hat die Verfügung zur Aufnahme des Vergabeverfahrens für die Bauarbeiten zur Schließung des Inselstraßenringes zwischen El Tanque und Santiago del Teide unterzeichnet. Die Kosten wurden mit 332,5 Millionen Euro angesetzt. Die Unterzeichnung, und damit der Startschuss für das Auftragsverfahren erfolgte bereits, obwohl das Straßenbauabkommen zwischen Staat und Region noch nicht unterzeichnet wurde. Ursprünglich hatte Rodríguez den Abschluss des Finanzierungsabkommens zur Voraussetzung gemacht.

Der Leiter der regionalen Bau- und Transportressorts erklärte, mit dem Bau des letzten, 11,3 km langen Abschnittes werde die Schließung des Schnellstraßenringes erreicht, die zur Verbesserung der Verbindung zwischen dem Norden und dem Süden der Insel und zu einer Erleichterung der überlasteten Nordautobahn TF-5 beitragen werde. Man hofft, dass nach der Schließung des Inselstraßenringes die Berufspendler vom Norden schneller nach La Laguna und Santa Cruz bzw. in den Süden kommen.

Carlos Alonso begrüßte den Schritt von Pablo Rodríguez und erklärte, er werde weiter Druck ausüben, damit im Frühjahr nächsten Jahres endlich mit den Bauarbeiten begonnen werde.

Der längste Tunnel der Kanaren

Dieser letzte Abschnitt des Projektes Schnellstraßenring soll die jetzigenTeilstücke in El Tanque und Santiago del Teide miteinander verbinden. Die 11,3 km lange Schnellstraße wird größtenteils zweispurig verlaufen, ausgenommen im Erjos-Tunnel, wo es zwei Fahrspuren in jede Richtung geben soll. Die Straße wird El Tanque südlich umgehen, die TF-82 bei Barrio Nuevo kreuzen und einen Kilometer westlich von Ruigómez in den Erjos-Tunnel münden. Der Tunnel wird fünf Kilometer lang sein und unter dem Teno-Massiv verlaufen. Auf der Strecke wird es auch ein Viadukt, mehrere Über- und Unterführungen und eine Fußgängerbrücke geben. Geplant sind zwei Anschlussstellen mit El Tanque und Santiago del Teide.

Kritik am Projekt

Während einer Debatte im Regionalparlament wurde von der Oppositionspartei PSOE Kritik am Bauprojekt geübt. Dabei ging es insbesondere um die Zahl der Fahrspuren. Weil die Anschlüsse im Norden und im Süden teilweise zweispurig verlaufen, könne es nicht angehen, dass ein Großteil des letzten Abschnittes über jeweils nur eine Spur verfüge. Die Sozialisten kritisierten, dass es dann wieder zu einem Flaschenhals komme, wie es ihn derzeit im Nordosten der Insel gäbe.

Die PSOE setzte noch einmal nach. Auf einer Pressekonferenz der PSOE Tenerife forderten die Sozialisten erneut und mit Nachdruck den Bau von vier Spuren auf dem ganzen Abschnitt und nicht nur auf der Hälfte. Sie bezichtigten die regierende Coalición Canaria (CC) gar der „Stümperei“ und unterstellten, dass die CC mit der Unterzeichnung der Verfügung bereits Wahlkampf betreibe.

Auch die Unternehmer des Inselsüdens schlossen sich der Kritik an. Es könne nicht angehen, dass die Abschnitte vor und hinter dem Tunnel einspurig in jede Richtung wären, es im Tunnel jedoch zwei Spuren pro Richtung gäbe. Die Schaffung eines neuen Nadelöhrs sei vorprogrammiert, so José Fernando Cabrera, Präsident des Forums Freunde des Inselsüdens.

Kurz darauf kündigte Cabildo-Präsident Carlos Alonso an, parallel zur Umsetzung des Hauptprojektes werde auf dem Stück zwischen El Tanque und dem Tunnel eine Fahrspur für Langsamfahrer geschaffen. Alonso gab jedoch keine weiteren Details zu diesem zusätzlichen Vorhaben bekannt.

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