Psychoterror in Arrecife


54-jähriger Stalker demütigt Ex-Freundin öffentlich

In Arrecife terrorisiert ein 54-jähriger Einwohner Lanzarotes seine Ex-Freundin seit Monaten. Überall in der Stadt hängt er Plakate mit Bildern der Mutter eines siebenjährigen Sohnes auf.

Darauf ist sie abgebildet mit ihrer Telefonnummer und Sätzen wie „Tausche Grundnahrungsmittel gegen Sex und andere Gefälligkeiten“ oder „Suche Zuhälter, der mich und meinen Sohn gegen Sex aushält, Hörner sollten ihm nichts ausmachen“. Darüber hinaus legt er falsche Profile gleichen Inhalts in Facebook und anderen sozialen Netzwerken an und schreibt diffamierende E-Mails an ihre Verwandten.

Die 45-jährige Kolumbianerin Martha ist verzweifelt und wünscht sich nur, dass der Spuk endlich endet. Doch bisher lässt sich der Mann nicht abschrecken. In einem Gerichtsverfahren im Juli gab er zu, die Plakate aufgehängt zu haben und wurde zur Bezahlung der Gerichtskosten und einer Woche Hausarrest verurteilt. Doch danach tauchten weiterhin überall in der Stadt diffamierende Plakate auf, sogar in dem Park, den Martha regelmäßig mit ihrem Kind besucht hat.

Der Psychoterror funktioniert. Martha musste zahlreiche Anrufe von Personen entgegennehmen, die wegen der Plakate anzügliche Angebote machten. Sie konnte ihre Telefonnummer zunächst nicht wechseln, da sie sich bei verschiedenen Firmen um eine Arbeitsstelle beworben hatte. Oft läuft sie nachts durch die Straßen und reißt die peinlichen Plakate ab. Sie traut sich mit ihrem Kind, das aus einer früheren Beziehung stammt, kaum noch auf die Straße. Der Täter, Juan A., dagegen bleibt weitgehend unbehelligt.

Ein zweites Gerichtsverfahren wurde eingestellt, weil die Klägerin nicht vor Gericht erschienen war, da die gerichtliche Benachrichtigung sie nicht erreicht hatte. Nun wird sie erneut vor Gericht ziehen. Diesmal will sie erreichen, dass ihre Klage nicht, wie beim letzten Mal, als Bagatell-Strafsache wegen Beleidigung gehandhabt wird, sondern nach dem „Gesetz zur Bekämpfung geschlechtsspezifischer Gewalt“ verhandelt wird. Die Sozialbehörde der Inselregierung unterstützt sie dabei.

Martha wünscht sich nur, dass Juan A. endlich aufhört, sie zu belästigen und dass sie mit ihrem Sohn wieder in Frieden leben kann.




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