Plan gegen den Kollaps der Notaufnahmen


José Manuel Baltar, Leiter des Gesundheitsressorts, stellte die einzelnen Maßnahmen vor. Foto: EFE

Bis 2021 wird die Regionalregierung 32 Millionen Euro in den Ausbau der Notfallbetreuung in den „Centros de salud“ und die Erweiterung der Notaufnahmen der Krankenhäuser investieren

Kanarische Inseln – Nachdem in den vergangenen Monaten der Kollaps der Notaufnahmen in den Inselkrankenhäusern wieder einmal zum Alltag gehörte, hat die Regionalregierung Anfang April den lange angekündigten „Plan der medizinischen Notfälle“ beschlossen. Der sieht eine Reihe von Maßnahmen zum Abbau der Engpässe in den Notaufnahmen vor und soll bis 2021 mit 32 Millionen Euro ausgestattet werden.

José Manuel Baltar, Leiter des Gesundheitsressorts, stellte die Einzelheiten des Planes vor und erklärte, aufgrund der „entsetzlichen Spitzenwerte“ in den Notaufnahmen seien bereits 245 neue Fachkräfte eingestellt worden.

Der neue Plan basiert auf vier Säulen: Dem Ausbau der Notfallbetreuung in den Fachärztezentren, der Einstellung neuer Fachkräfte, der Neuordnung der vorhandenen Ressourcen für eine effizientere Nutzung und der stärkeren Nutzung der Informationsdienste.

Allein im vergangenen Jahr wurden in den Notaufnahmen der Krankenhäuser 649.518 Patienten versorgt, während in den Ärztezentren 1,4 Millionen Notfälle betreut wurden. Die wachsende Zahl der Notfälle erfordere die Einstellung von Fachkräften, den Erwerb zusätzlicher Ausstattung, den Bau neuer Infrastrukturen und die Aufstellung von Verfahrensprotokollen, wie beispielswiese bei Senioren, die 42% der Notfälle ausmachten, so Baltar.

Allein für dieses Jahr sieht der Plan Ausgaben von elf Millionen Euro vor und die Einstellung von 54 Ärzten, Krankenpflegern, Verwaltungskräften und Technikern. An 34 der „Centros de salud“ des öffentlichen Gesundheitswesens soll die Möglichkeit geschaffen werden, Laboruntersuchungen vorzunehmen. Darüber hinaus sollen bis Jahresende 18 Ärztezentren im 24-Stunden-Dienst Notfälle betreuen können und mit Röntgengeräten ausgestattet sein, um die Notaufnahmen der Krankenhäuser zu entlasten. Dabei handelt es sich unter anderem um die „Centros de salud“ von El Calero, Puerto, Tamaraceite, Arucas, Gáldar und Barrio Atlántico (Gran Canaria), Ofra, Puerto de la Cruz, Los Realejos und Güímar (Teneriffa), Morro Jable und Corralejo (Fuertenventura).

Auch sollen die Notaufnahmen der Krankenhäuser erweitert werden. Am Hospital Insular (Gran Canaria) wird der Bereich zur Patientenbeobachtung vergrößert, an den Krankenhäusern La Candelaria (Teneriffa) und Nuestra Señora de los Reyes (El Hierro) komplett neue Notaufnahmen gebaut. Die Notaufnahme des Krankenhauses Doctor Negrín (Gran Canaria) kann allerdings nicht erweitert werden, weil kein Platz mehr vorhanden ist, sodass hier andere Maßnahmen, wie beispielsweise die geplanten „Verfahrensprotokolle bei besonders großem Notfallaufkommen“, zum Einsatz kommen müssen.

Baltar erklärte, dass der Plan zwar jetzt erst beschlossen worden sei, sein Vorgänger Jesús Morera im vergangenen Jahr jedoch bereits für eine Investition von 6,4 Millionen Euro und die Neueinstellung von 191 medizinischen Fachkräften gesorgt habe.

OP-Wartelisten

Die Stiftung der privaten Krankenversicherer IDIS versicherte dieser Tage, das Problem der langen Wartezeiten auf eine Operation, die auf den Kanaren bis zu sechs Monate beträgt, für 83 Millionen Euro noch vor dem Sommer beheben zu können.

Die privaten Krankenversicherungen, deren Mitglieder im Durchschnitt spanienweit nur 28 Tage auf eine OP warten müssen (öffentliches Gesundheitswesen: 104 Tage), gaben in einer Pressemitteilung bekannt, innerhalb weniger Monate die langen Wartelisten im ganzen Land abbauen zu können.




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