Mond-Mission auf Lanzarote


Der französische ESA-Astronaut Hervé Stevenin übt mit einem ferngesteuerten Roboterfahrzeug im unwegsamen Gelände von Tiguatón. Foto: efe

Die ESA testet in der „Marslandschaft“ der Insel Technologie und Methoden künftiger Erkundungen von Mond und Mars

Lanzarote – Im November wurde die Landschaft um das Dörfchen Tiguatón auf Lanzarote zum Übungsfeld für Astronauten der Europäischen Weltraumorganisation ESA. In der öden, mit Vulkankegeln und

-kratern übersäten „Marslandschaft“ trainierten sie zusammen mit Wissenschaftlern, Ingenieuren, Logistikexperten und geländegängigen Robotern für künftige Missionen zum Mond und zum Mars.

Die Geologie Lanzarotes ist ein gutes Modell des Mars auf der Erde. Der vulkanische Ursprung und die Tatsache, dass es sich um eine Insel handelt, machen sie zu einem idealen Ort, um das Zusammenwirken vulkanischer Prozesse mit Wasser zu untersuchen. Solche Prozesse könnten in der Vergangenheit des Mars, als es an der Oberfläche des Roten Planeten Wasser gab, von großer Bedeutung gewesen sein.

Da Lanzarote über ausgedehnte Flächen unberührter Vulkanlandschaften ohne stabile Kommunikationsverbindungen verfügt, können dort zudem Erkundungsprotokolle für künftige Mondlandungen erprobt werden.

Die Trainingswoche auf Lanzarote ist Teil des ESA-Programms Pangaea, das dazu dient, den Astronauten Kenntnisse in planetarer Geologie zu vermitteln. Während der diesjährigen Trainingssequenz besuchte das Pangaea-Team auch das Nördlinger Ries in Süddeutschland, einen Riesenkrater, der vermutlich 14 Millionen Jahre alt und der Geologie des Mondes sehr ähnlich ist. Ebenso auch die Bletterbachschlucht in Südtirol, deren Sedimentgestein an die alten Flussläufe auf dem Mars erinnert.

Der deutsche Astronaut Matthias Maurer beim Training auf Lanzarote. Foto: EFE

Mit dabei war auch der deutsche ESA-Astronaut Matthias Maurer. Er trainierte auf Lanzarote, sich in voller Weltraum-Montur durch das unwegsame Gelände zu bewegen und mit den für das All entwickelten Instrumenten Gesteinsproben zu nehmen. Um die Sache noch realistischer zu gestalten, wurde die Kommunikation mit dem Team durch Verzögerungen und Unterbrechungen, wie sie auch bei einer Mondmission vorkommen, erschwert.

Eine weitere Übung für Matthias Maurer und die Kommunikationsexperten bestand darin, dass der Astronaut von Lanzarote aus ein Geländefahrzeug, das sich mehrere Tausend Kilometer weit weg im Technologiezentrum der ESA in Holland befindet, steuerte, und zwar nach Anweisungen, die er von Wissenschaftlern über ein digitales Tablet erhielt, welches die ESA für die Erkundung von Planetenoberflächen entwickelt hat.




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