Mahnmal für die Plastik-Krise


Die Skulptur wurde von Künstler Paolo Bonanno geschaffen und ist durch ein bekanntes Gemälde des kanarischen Künstlers Néstor Martín-Fernández de La Torre (1887-1938) inspiriert, das Teil der Bilderreihe „Poema del Atlántico“ ist. Fotos: moisés pérez

Die Loro Parque Stiftung hat auf dem Gelände der Universität La Laguna eine Skulptur aus Plastik enthüllt

Teneriffa – Am 28. November wurde auf dem Campus der Universität von La Laguna (ULL) eine Skulptur enthüllt, die auf das weltweite Problem des Plastikmülls aufmerksam macht und die Bevölkerung für diese Umwelt-Krise sensibilisieren soll. Die Initiative der Umweltstiftung Loro Parque Fundación (LPF) wird von der Universität La Laguna unterstützt, die bereits seit einigen Jahren auf wissenschaftlicher Ebene mit der Stiftung zusammenarbeitet.
Bei der Präsentation der Skulptur waren unter anderen Persönlichkeiten die Rektorin der Universität La Laguna, Rosa María Aguilar, Cabildo-Vizepräsident Enrique Arriaga, La Lagunas Bürgermeister Luis Yeray Gutiérrez sowie der Präsident der Loro Parque Unternehmensgruppe, Wolfgang Kiessling, und sein Sohn Christoph Kiessling, Präsident der Umweltstiftung, anwesend.
Die Skulptur wurde von dem Künstler und Bühnenbildner Paolo Bonanno aus Plastikflaschen und -verpackungen verschiedenster Art angefertigt, die an Schulen gesammelt worden waren, die an der Kampagne „Bye Bye Plastik“ teilgenommen hatten.
Universitätsrektorin Rosa María Aguilar erinnerte bei der Veranstaltung daran, dass die ULL und die LPF bereits seit dem Jahr 2017 verschiedene gemeinsame wissenschaftliche Projekte durchführen, wie das Forschungsprojekt über Lärmverschmutzung im Meer und ihre Auswirkungen auf die Meeressäuger oder das Projekt der Abteilung Zoologie über Meeressäuger.

Christoph Kiessling, Präsident der Stiftung, während seiner Rede in der Aula der Universität


Christoph Kiessling rief bei seiner Rede in der Aula der Universität die rund 500 Anwesenden auf, über einige Fakten zu reflektieren wie über die Tatsache, dass weltweit jede Minute eine Million Plastikflaschen gekauft werden oder dass nur etwa sieben Prozent des weltweiten Plastikmülls recycelt wird. Jedes Jahr gelangen 13 Millionen Tonnen Plastik in die Ozeane, was für 100.000 Meerestiere den Tod bedeutet. Hinzu komme, so Kiessling, dass Plastik längst den Weg in die Nahrungskette gefunden hat und in Form von millimeterkleinen Teilchen, dem Mikroplastik, von Fischen verschluckt wird. So gelangt das Mikroplastik bis zu uns. „Wir essen pro Woche fünf Gramm Mikroplastik“, ergänzte er.
Die Plastik-Skulptur von Paolo Bonanno soll die Betrachter für das gravierende Umweltproblem des wachsenden Plastikbergs und der Vermüllung der Ozeane sensibilisieren.
„Wir sind die einzige Spezies, die ihr Habitat zerstört. Im Jahr 2050 wird es in den Ozeanen mehr Plastik als Fische geben. Wir erleben das sechste Massenaussterben und sind im Begriff, alles zu vernichten“, mahnte Christoph Kiessling abschließend, nicht ohne auf die wichtige Rolle hinzuweisen, die im Zuge dieser Entwicklung Zoos spielen, um die Artenvielfalt für künftige Generationen zu erhalten.

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