Landwirte blicken besorgt zum Himmel


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Die anhaltende Trockenheit dieses Winters lässt die Wasserreserven schrumpfen

Nach einem durchweg sonnigen und ungewöhnlich warmen Dezember überrascht auch der Januar mit außerordentlich hohen Temperaturen. Doch des einen Freud ist bekanntlich des anderen Leid, und so blicken die Landwirte der Insel besorgt zum Himmel, während sich die Urlauber am herrlichen Strandwetter erfreuen.

Sollte es bis zum Ende des Winters nicht noch kräftig regnen, befürchtet der Dachverband der Landwirte Ernteeinbußen. Besonders von der Trockenheit betroffen ist der Kartoffelanbau.

Das Wasserwirtschaftsunternehmen von Teneriffa meldete  Anfang des Monats, dass die Füllstände der 21 Wasserbecken der Insel auf die Hälfte ihrer Kapazität gesunken sind.

Unterdessen gab das staatliche Wetteramt Aemet bekannt, dass der vergangene Dezember der mildeste der letzten 34 Jahre war. Seit 1981 war es im Dezember auf den Inseln nicht mehr so warm. Mitte des Monats wurde in verschiedenen Orten die 30-Grad-Marke geknackt. In Orten wie Adeje und Puerto de la Cruz auf Teneriffa, Mogán auf Gran Canaria, Sabinosa auf El Hierro und Vallehermoso auf La Gomera wurden über einen Zeitraum von mehr als zehn Tagen über 25 Grad gemessen. 

 Der fehlende Regen in diesem Herbst und Winter bereitet Sorge, denn nun hat auch das Wasserwirtschaftsunternehmen Balten (Balsas de Tenerife) die derzeitigen Füllstände der 21 Wasserbecken der Insel bekannt gegeben.

Mit Stand 11. Januar 2016 errechnete Balten eine Gesamtfüllmenge von genau 2.555.586 Kubikmetern, was nur 51% des Fassungsvermögens aller Wasserbecken entspricht und für diese Jahreszeit außergewöhnlich wenig ist.

Während der vergangene Sommer verhältnismäßig nass auf den Inseln war, ist nun der Winter durch eine anhaltende Trockenheit gekennzeichnet. Zur Freude der Urlauber hält die Schönwetterphase nun fast ohne Unterbrechung schon einige Monate an. „Seit Oktober hat es nicht mehr geregnet, und die Wasserbecken sind auf dem Tiefstand“, wird Miguel López vom Dachverband der Landwirte von der Zeitung „La Opinión“ zitiert. Weiter äußerte er Bedenken, dass sich die Lage noch zuspitzen könnte, sollte es nicht vor Ende des Winters kräftig regnen. Angesichts dieses Panoramas habe der Verband ein Treffen mit Vertretern der Inselverwaltung beantragt, um über eventuelle Maßnahmen für die Bewässerung zu beraten.

Kopfzerbrechen bereitet den Landwirten derzeit vor allem die ausbleibende Bewässerung der Kartoffeläcker. Die Kartoffelsorte „King Edward“ zum Beispiel wird im Oktober gepflanzt und meist Anfang des Jahres geerntet. Voraussetzung für ein gutes Gedeihen der Pflanzen sind die Niederschläge in den Wintermonaten.

Wärmster Dezember seit 1981

Die Auswertung der Messungen des staatlichen Wetteramtes Aemet hat ergeben, dass der Dezember 2015 mit seinen außerordentlichen hohen Temperaturen sämtliche Durchschnittswerte der letzten Jahrezehnte übertroffen hat. Seit 1981 hatte es keinen so milden Dezember mehr gegeben. Ungewöhnlich heiß war es zwischen dem 14. und 19. Dezember, meldet das Wetteramt. Am 16. Dezember wurde in Tacoronte (Teneriffa) und Sabinosa (El Hierro) die 30 Grad-Marke überschritten. Und auch an vielen weiteren Tagen im Dezember kletterte das Thermometer vielerorts auf über 25 Grad.

Auch Spanienweit war der Dezember 2015 laut Aemet trocken bis sehr trocken. Der  für den Zeitraum 1981-2010 errechnete Temperaturdurchschnitt für diesen Monat wurde um zwei Grad übertroffen. 

Am 25. Januar teilte die Weltorganisation für Meteorologie (WMO) in Genf mit, das die weltweite Durchschnittstemperatur im vergangenen Jahr erstmals etwa ein Grad über dem vorindustriellen Wert lag.




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