König Felipe und Königin Letizia auf den Kanaren


Auf Gran Canaria besuchten König Felipe und Königin Letizia die Lager des Roten Kreuzes und des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen. Foto: efe

Die erste offizielle Reise des spanischen Königspaars auf die Inseln dauerte zwei Tage

Gran Canaria/Teneriffa – Spaniens König Felipe VI und Königin Letizia sind am 24. April auf Gran Canaria zu einem zweitägigen Besuch der Inseln eingetroffen. Den ersten Tag verbrachte das Königspaar auf Gran Canaria, wo ein umfangreiches Programm zusammengestellt worden war, das von Archäologie über Wissenschaft bis zu Kultur reichte.

Zunächst besuchten König Felipe und Königin Letizia die Casa Colón in Las Palmas, wo ihnen anhand eines Videos und der Ausführungen von Regionalregierungschef Fernando Clavijo die Kandidatur von Gran Canarias archäologischer Fundstätte Risco Caído als UNESCO Welterbe präsentiert wurde. In verschiedenen Höhlen hinterließen hier die Ureinwohner ihre Spuren. Am bekanntesten sind die dreieckigen Gravuren im Gewölbe und an den Wänden der Höhle Nr. 6 der Fundstätte, die nur an bestimmten Tagen im Jahr von der Sonne angestrahlt werden. Archäologische Forschungen deuten darauf hin, dass dieser Ort den Ureinwohnern als eine Art astronomischer Kalender diente. König Felipe zeigte großes Interesse an der Fundstätte und äußerte den Wunsch, sie bei einer nächsten Gelegenheit zu besuchen. Die Kandidatur bei der UNESCO habe die volle Unterstützung des Königshauses, erklärte er.

Entlang der verschiedenen Stationen, die auf dem Besuchsprogramm der Monarchen standen, hatten sich viele Neugierige versammelt, so auch vor der Casa de Colón, wo die Wartenden nach mehr als einer Stunde für ihre Geduld belohnt wurden. Das Königspaar zeigte sich freundlich und bürgernah, schüttelte Hände, streichelte Kinderwangen und stellte sich bereitwillig für das eine oder andere Selfie zur Verfügung.

Auf Gran Canaria besuchten König Felipe und Königin Letizia das Kontrollzentrum der Ozeanplattform PLOCAN, ein wissenschaftliches Vorzeigeprojekt der Insel. Foto: efe

Zweite Station auf der Besichtigungstour auf Gran Canaria war das Kontroll- und Forschungszentrum der Ozeanplattform PLOCAN (Plataforma Oceánica de Canarias), eine spanien- und europaweit einzigartige Forschungseinrichtung für den Bereich Ozeanografie, wie König Felipe betonte. Der bekanntermaßen sehr an der Wissenschaft interessierte König war sichtlich von diesem Meeresforschungszentrum begeistert, in dem renommierte Forscher an Projekten von internationaler Tragweite arbeiten. Er bezeichnete es als „Privileg“, die Arbeitsstätte der Wissenschaftler besichtigen zu dürfen.

Nach einer kurzen Mittagspause, in der sich die Monarchen zurückzogen, wurde das Programm am Nachmittag fortgesetzt. Im Hafen von Las Palmas wurden Felipe und Letizia durch die Lagerhallen für humanitäre Hilfe geführt, die hier das Rote Kreuz in Zusammenarbeit mit dem Roten Halbmond sowie das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen unterhalten.

Auf Gran Canaria besuchten König Felipe und Königin Letizia die Lager des Roten Kreuzes und des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen. Foto: efe

Von der Leiterin des Kooperationszentrums des Roten Kreuzes mit Afrika, María del Mar Rodríguez, erfuhr das Königspaar, dass von hier aus Hilfsgüter in die ärmsten Regionen Afrikas geschickt werden. „Wir arbeiten mit 32 afrikanischen Ländern zusammen, dabei haben wir nur vier Angestellte. Ohne unsere rund vierzig freiwilligen Helfer wären wir ratlos“, berichtete sie dem König.

Königin Letizia zeigte besonders großes Interesse für das humanitäre Logistikzentrum des UN World Food Programms (WFP) im Hafen von Las Palmas, eines von weltweit sechs Zentren dieser Art, in denen Nahrungsmittel und Hilfsgüter für Notfälle gelagert werden, damit sie bei Bedarf sofort eingesetzt werden können.

Am späten Nachmittag wur­de das Besuchsprogramm auf Gran Canaria musikalisch beendet. In der Sporthalle von Las Palmas’ Stadtviertel El Batán fand ein Konzert der Schülerinnen und Schüler des Projektes „Barrios Orquestados“ zu Ehren des Königspaars statt.

Give me five! König Felipe begegnete den Kindern des Projekts „Barrios Orquestados“ locker und kumpelhaft. Foto: casa real

Das Sozialprojekt „orchestrierte Vier­tel“ hat eine pädagogische Funktion und das Ziel, die musikalische Entwicklung von Kindern aus abseits der Zentren der kanarischen Hauptstädte gelegenen Vierteln, in denen kulturell wenig geboten wird und die besondere soziale Bedürfnisse haben, zu fördern. Etwa 170 Schülerinnen und Schüler haben in Las Palmas dank dieses Projektes gelernt, ein Streichinstrument wie Gei­ge, Viola, Cello oder Kontrabass zu spielen.

Nach dem Konzert gab es für die jungen Musiker Gelegenheit zu einer persönlichen Begegnung mit dem Königspaar. Königin Letizia, die sonst keine Autogramme gibt, machte eine Ausnahme und unterschrieb für einige Kinder.

Einmalige Gelegenheit: Einige Kinder bekamen ein Autogramm von der Königin. Foto: casa real

Am 25. April wurde der Besuch der Monarchen auf Teneriffa fortgesetzt. Vormittags gab es einen Empfang im Cabildo in Santa Cruz, wo der Plan zur Beschäftigungsförderung „Barrios por el Empleo“ vorgestellt wurde, durch das bereits über 1.000 Arbeitlose zu einem neuen Job gefunden haben.

Bei Redaktionsschluss fand ein offizielles Mittagessen im Regierungssitz in Santa Cruz statt, zu dem Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft der Insel eingeladen worden waren. Für den Nachmittag war der Besuch des Instituts für Tropenmedizin sowie der Universität La Laguna mit einer Rede von König Felipe VI. zum 225-jährigen Gründungsjubiläum der Universität vorgesehen.

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