Illegale Einwanderer wieder im Gesundheitssystem aufgenommen


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J. Morera: Es geht nicht um die Kosten, sondern um Gerechtigkeit, Menschlichkeit und öffentliche Gesundheit

Jesús Morera, Leiter des Kanarischen Gesundheitsressorts, hat bekannt gegeben, rückwirkend zum 1. August illegale Einwanderer wieder in das Gesundheitssystem aufzunehmen.

Mehr statt weniger Kosten

Vor über zwei Jahren hatte die konservative Madrider Regierung aus Spargründen und zur Abwendung des Gesundheitstourismus die illegalen Einwanderer aus der ehemals universalen Gesundheitsversorgung ausgeschlossen. Ausgenommen wurden nur Minderjährige, Schwangere, Notfälle, chronisch Kranke und Patienten mit Infektionskrankheiten. Einige Regionen wie Katalonien und Andalusien widersetzten sich der Anweisung aus Madrid und gingen bis vor das Verfassungsgericht, um lokal die universale Gesundheitsversorgung aufrechtzuerhalten. Die damalige Kanarenregierung zeigte sich zwar ebenfalls nicht einverstanden, folgte jedoch dem Diktat der Zentralregierung.

Bereits nach kurzer Zeit zeigte sich, dass diese Maßnahme die Kosten nicht reduziert sondern sogar erhöht hat, weil die Immigranten nun nicht mehr die günstigere Erstversorgung im Gesundheitszentrum in Anspruch nehmen konnten und stattdessen den Arzt in der Notaufnahme aufsuchten.   

Zurück zur universalen Gesundheitsversorgung

Kurz nach dem Antritt der neuen Regionalregierung im Sommer dieses Jahres kündigte Jesús Morera, neuer Leiter des Gesundheitsressorts, als eine der ersten Maßnahmen die Rückkehr zur universalen Gesundheitsversorgung an. Seitdem sind mehrere Monate vergangen, doch nun endlich wurde offiziell der Beschluss gefasst, die etwa 10.000 illegalen Einwanderer auf den Kanaren wieder in das Gesundheitssystem aufzunehmen. Die Maßnahme soll rückwirkend zum 1. August in Kraft treten, sodass Immigranten, die seitdem eine ärztliche Behandlung und Arzneimittel benötigt haben, die Kosten zurückerstattet bekommen. Auch sind die Gesundheitszentren angewiesen worden, die Anträge der illegalen Einwanderer auf Ausstellung einer Krankenversicherungskarte zu bearbeiten. 

Morera bedauerte, dass sich die Umsetzung derart lange hinausgezögert habe. Zu den Kosten für das Kanarische Gesundheitssystem wollte er sich nicht äußern, schließlich gehe es bei der Wiederaufnahme der illegalen Einwanderer in die Gesundheitsversorgung um Gerechtigkeit, Menschlichkeit und auch um öffentliche Gesundheit. 




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