Fünf Polizeibeamte wegen Drogenhandels verhaftet


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Taucher suchen am Meeresgrund nach 300 Kilogramm Haschisch

Die Guardia Civil musste dieser Tage in den eigenen Reihen tätig werden. Wegen Drogenhandels verhafteten Beamte der Abteilung für innere Angelegenheiten auf Fuerteventura fünf Polizisten dieses Polizeikorps.

Außerdem wurden im Verlauf der sogenannten „Operation Botavara“ auch vier Zivilpersonen festgenommen.

Vier der beschuldigten Beamten der Guardia Civil gehören zur Kommandantur Las Palmas de Gran Canaria und sind auf Fuerteventura im Küstenort Corralejo stationiert, drei im Polizeidienst und einer bei der Küstenwache. Der Fünfte versieht auf dem spanischen Festland seinen Dienst, ist jedoch zurzeit krankgemeldet und befand sich zum Zeitpunkt der Verhaftung ebenfalls auf der Insel.

Die Polizeioperation, die zu den Festnahmen führte, läuft schon seit einigen Monaten und ist auch noch nicht abgeschlossen. Im Zuge der Ermittlungen wurden auch zwei Wohnungen in El Cotillo durchsucht.

Am Tag nach den Verhaftungen ordnete der Richter Leandro Martínez vom Bezirksgericht  No.2 in Arrecife auf Lanzarote, das die gesamte Operation leitet, wegen der mutmaßlichen Mitgliedschaft in einem Drogenring Untersuchungshaft für alle fünf Polizisten an. Ihnen werden Vergehen gegen die öffentliche Gesundheit, die Verfassung und den Justizapparat sowie Diebstahl und Geheimnisverrat vorgeworfen. Auch drei der Zivilpersonen, ein Anwohner des Dorfes El Cotillo und zwei Marokkaner, wurden in Untersuchungshaft genommen. Sie befinden sich nun in der Justizvollzugsanstalt in Tahiche auf Lanzarote. Die beschuldigten Polizeibeamten wurden zu ihrer Sicherheit in einem von den anderen Häftlingen isolierten Bereich untergebracht. Es wird erwartet, dass es während der laufenden Ermittlungen noch zu weiteren Festnahmen kommt.

Die Guardia Civil vermutet am Meeresgrund vor dem Küstenstreifen zwischen El Río und dem Marrajo-Strand über 300 Kilogramm Haschisch aus dem Schiffbruch eines Zodiac-Schlauchbootes des Drogenrings. Polizeitaucher konnten bisher etwa 200 Kilogramm davon finden, schlechtes Wetter erschwerte ihnen jedoch erheblich den Einsatz und die Bergung der Ballen.




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