Flüchtlingsboot kentert bei Rettung


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Ein Toter geborgen – irrtümlich war zunächst die Rede von 24 Vermissten

Deutlich mehr Flüchtlingsboote als in den letzten Jahren sind wieder auf den Routen zwischen der afrikanischen Küste und den Kanarischen Inseln unterwegs. Am 18. November wurde von einem Flugzeug der spanischen Seenotrettung aus ein treibendes Boot entdeckt, das sich etwa 237 Kilometer von den Kanaren und 37 Kilometer von der afrikanischen Küste entfernt befand.

Der Rettungskreuzer Talía machte sich von Gran Canaria aus auf den Weg und erreichte die Bootsflüchtlinge um 20.16. Eine halbe Stunde später schlug die Patera um, dem Bericht der Retter zufolge, weil alle Insassen zugleich aufgestanden waren und das Boot destabilisiert hatten. Zweiundzwanzig Menschen konnten aus dem Wasser gerettet werden, ein Flüchtling wurde später tot geborgen. 

Bei der Ankunft auf Gran Canaria sprachen einige der Geretteten von 46 Personen, die in dem Boot gewesen seien. So machten zunächst Nachrichten über 24 vermisste, vermutlich ertrunkene Opfer des Schiffbruchs Schlagzeilen. 

Ein Bild, das vor dem Unglück aus der Luft aufgenommen wurde, bewies jedoch, dass nicht 46 sondern nur maximal 25 Menschen an Bord gewesen sind. Hätten sich die Zahlen bewahrheitet, wäre dies die schlimmste Patera-Tragödie seit dem März 2006 gewesen, als 45 Insassen zweier Boote, eines von Westsahara und eines von Mauretanien aus gestartet, an nur einem Wochenende ertranken. 

Diese Falschmeldung ruft ebenfalls Erinnerungen wach an die 39 Menschen, welche Ende Oktober vor der Küste von Andalusien den Tod fanden, als ihr Schlauchboot Schiffbruch erlitt. 

Fünfzehn weitere Insassen konnten gerettet werden. Bilder dieser Überlebenden, die rittlings auf dem verbliebenen luft-gefüllten Rand des zerstörten Schlauchbootes ausharrten, gingen durch die Gazetten.




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