El Hierro: Täglich erschüttern Erdbeben die Insel


© Instituto Geográfico Nacional

Seit einer Woche besteht auf El Hierro eine Art Ausnahmezustand, denn mit Ausruf der gelben Warnstufe besteht immerhin die Möglichkeit eines Vulkanausbruchs. Die Erde bebt, immer häufiger, immer stärker. Doch mittlerweile sind die Epizentren südwestlich ins Meer abgewandert.

Nachdem die Wissenschaftler eine deutliche Zunahme von Häufigkeit und Stärke der bereits seit Juli auf El Hierro stattfindenden Erdbeben feststellten, wurde am 23. September die „vulkanische Ampel“ von der kanarischen Regierung auf „gelb“ gestellt und der Notfallplan für Vulkanausbrüche in Gang gesetzt. Die Bevölkerung wurde aufgefordert, sich über Radio und Fernsehen über den neuesten Stand und mögliche Anweisungen zu informieren und ein Köfferchen mit dem Nötigsten, insbesondere den wichtigen Papieren, bereitzustellen. Nachdem monatelang die Beben nicht spürbar gewesen waren, zitterte nun immer öfter die Erde unter den Füßen der Herreños. Am 24. September erreichten die Beben Stärken von bis zu 3,4 auf der Richterskala; in den folgenden Tagen wurden ähnliche Werte erreicht.

Am 28. September erreichten die Katastropheneinsatztruppe des Militärs und das Rote Kreuz die kleinste Kanareninsel, um eine mögliche Evakuierung vorzubereiten. Auch Verteidigungsministerin Carme Chacón und der kanarische Präsident Paulino Rivero reisten an. Der Tunnel von Los Roquillos wurde gesperrt, der Schulunterricht fiel aus. Nachdem Stärken bis zu 3,8 auf der Richterskala gemessen wurden, brachten die Sicherheitskräfte am Abend Anwohner von La Frontera wegen möglicher Steinschlaggefahr in sicherere Gebäude. Am nächsten Tag fand wieder der Schulunterricht statt und die meisten der Anwohner konnten in ihre Häuser zurückkehren.

In den letzten Tagen haben sich die Epizentren der Beben vom Inselinneren weg in Richtung Süden unter das Meer de las Calmas (auf deutsch: Meer der Ruhe) bewegt, doch Häufigkeit und Stärke der Beben – bis zu 3,8 auf der Richterskala – haben nicht abgenommen.

Nach Ausruf der Warnstufe „gelb“ waren sich die Experten schnell darüber einig, dass ein Vulkanausbruch eher unwahrscheinlich sei; wenn überhaupt irgendwann Magma austreten sollte, dann würde dieses langsam fließen und eine Evakuierung der Bevölkerung sollte vollkommen unproblematisch ablaufen können.

Zwar stieg die Nervosität bei der Bevölkerung, doch insgesamt meinen die Herreños, die nationale und internationale Presse übertreibe in ihren Berichterstattungen.

 




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