Einladung zur nächsten Grenze des Weltalls


Andrés Rodríguez mit der Gedenkmünze, geprägt aus dem Metall der Raumfähre Eagle, die Neil Armstrong und Buzz Aldrin auf den Mond brachte und die er für seine Mitarbeit an der Apollo 11 Mission erhielt. Fotos: EFE

Die NASA würdigt die Unterstützung Spaniens insbesondere bei den Mondflügen – und ehrte einen besonderen Mitarbeiter

Gran Canaria – In San Bartolomé de Tirajana wurde am 24. Oktober 2018 das 50-jährige Bestehen des Weltraumzentrums Mas­palomas gefeiert. Zu diesem Anlass reiste eigens der stellvertretende Direktor der NASA, Badri Younes, aus den USA an. In seiner Festrede würdigte er die Unterstützung, welche der US-Raumfahrtbehörde im Verlauf der Mondlande-Program­me, von den ersten Mercury-Flügen bis hin zu den Apollo-Missionen, durch Spanien zuteil geworden ist.

Das Weltraumzentrum in Mas­palomas hat in den Sechzigerjahren – aufgrund seiner strategischen Position im Atlantik – entscheidend zur Überwachung insbesondere der Apollo-Missionen beigetragen. Younes betonte, dass die Beziehung zwischen der NASA und Spanien „die Geschichte einer beispielhaften Zusammenarbeit“ sei, die bis in die Anfänge des „Wettlaufs im All“ zurückreiche, als die USA sich zum Ziel gesetzt hatten, die Erfolge der UdSSR zu übertrumpfen und als erste Nation einen Austronauten auf den Mond zu bringen. Daraus erwuchsen die Weltraumprogram­me Mercury, Gemini und Apollo, die alle durch spanische Stationen unterstützt wurden. Zuerst von Maspalomas aus, wo die ersten Worte von John Glenn, dem ersten Amerikaner im All, empfangen wurden, später durch die neuen Stationen im Süden Gran Canarias sowie in Robledo de Chavella und Fresnedillas bei Madrid. Badri Younes schloss mit den Worten: „Die NASA möchte, dass unsere Beziehung mit Spanien weitere 50 Jahre und darüber hinaus andauert. Gemeinsam können wir weitergehen und Kurs nehmen auf die nächste Grenze im All“.

Der Generaldirektor des NaBuzz Aldrintionalen Instituts für Weltraumtechnik (INTA), Generalmayor Jaime Salom, sprach über die Arbeit, welche die Station Maspalomas leistet, seitdem die NASA sie nach der letzten Apollo-Mission an Spanien übergeben hat. Seitdem habe sie für die Europäische Weltraumagentur ESA eine wichtige Rolle gespielt. Darüber hinaus wird das Cospas-Sarsat-System von dort aus betrieben, bei dem die SOS-Funksignale der Notrufbaken der Schifffahrt eingehen.

Der Generaldirektor des INTA, Generalmajor Jaime Salom (l.) und der Bürgermeister von San Bartolomé, Marco Aurelio Pérez (r.), enthüllten im Weltraumzentrum von Mas­palomas einen Monolithen zum Gedenken an den 50. Jahrestag der Zusammenarbeit mit der NASA. Fotos: EFE

Ein kanarischer NASA-Mitarbeiter

Eigentlich wollte Andrés Rodríguez (83) vor gut einem halben Jahrhundert nach Venezuela auswandern, um dort sein Glück zu machen, das zu dieser Zeit in seiner Heimat Gran Canaria dünn gesät war. Doch dann heuerte die NASA den Mechaniker an, der beim Militär zum Spezialisten für elektrische Anlagen ausgebildet worden war, und  er wurde einer von nur drei einheimischen Angestellten der NASA. Er war für den reibungslosen Betrieb der Empfangsstation in Maspalomas zuständig, die aufgrund ihrer geografischen Lage die erste war, mit der sich die Astronauten nach dem Raketenstart in Verbindung setzen konnten. Es war kein einfaches Unterfangen, denn an der Südspitze der Insel gab es damals keine reguläre Stromversorgung. Zudem war die Technik noch so störanfällig, dass schon der Betrieb der Traktoren auf den umliegenden Tomatenfeldern dafür sorgen konnte, dass ein Funkspruch aus dem Orbit verloren ging. Deshalb sperrte die Guardia Civil, wenn ein Raketenstart des Mercury-Programms anstand, den Verkehr in der Gegend, und die NASA musste mit den Bauern verhandeln, damit sie nicht ausgerechnet dann ihre Tomaten besprühten.




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