Die Lage der Region


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Kanarenpräsident Fernando Clavijo nahm Stellung

In der ersten Debatte zur Lage der Region seit seiner Amtseinführung stützte sich Regionalpräsident Fernando Clavijo (CC) weniger auf seine in neun Monaten Amtszeit erreichten Erfolge – wie die Verbesserung der Beziehungen zur Zentralregierung –, sondern konzentrierte sich auf die bevorstehenden Aufgaben. Die meisten Maßnahmen kündigte er für den Bereich der Bildung an.

In seiner gewohnt ruhigen, den Dialog und Kompromiss suchenden Weise ermahnte Clavijo während seiner 50-minütigen Rede zur Einheit von Inseln und Bevölkerung. Man sollte zusammenarbeiten, an die eigenen Stärken glauben, forderte er. 

Insgesamt zeigte sich Clavijo optimistisch. Dank der Anstrengungen der Regionalregierung, die stets den Konsens suche, sei es gelungen, die einzelnen Wirtschaftszweige einander näherzubringen und die Grundlagen für eine Diversifizierung der Wirtschaft zu legen. Die Aussichten für den Tourismus seien hervorragend, die Zahl der zur Verfügung stehenden Sitzplätze für Flüge auf die Kanaren in diesem Jahr um 1,7 Millionen auf 16,2 Millionen angehoben worden.  

Trotz seiner allgemein optimistischen Haltung über die Lage der Region wies Clavijo auf die beiden enormen Herausforderungen hin, denen sich die Kanaren in den kommenden Jahren stellen müssten: der wachsenden sozialen Ungleichheit und den Beschränkungen der kleinen Inseln bei ihrer Entwicklung. 

Es gebe im sozialen Bereich weiterhin enormen Handlungsbedarf. 243.631 Menschen seien arbeitslos, ein Viertel der Bevölkerung von Armut betroffen oder bedroht. 

Der Regionalpräsident verwies auf den bereits vor einiger Zeit präsentierten Plan zur Bekämpfung der Armut und kündigte insbesondere Maßnahmen im Bildungsbereich an. So wird die Region in den kommenden drei Schuljahren 24,2 Millionen Euro in Schulbücher für Kinder sozial schwacher Familien investieren und den Fremdsprach-Unterricht an den Schulen verstärken. 

Insgesamt befand die Opposition die Rede von Clavijo als wenig enthusiastisch, hielt sich jedoch mit der üblichen harten Kritik zurück. Asier Antona, Fraktionssprecher der PP, bezeichnete den Vortrag Clavijos als „karg und traurig“, lobte jedoch dessen Einsatz zur Wiederherstellung guter Beziehungen mit Madrid und der Ausarbeitung der Reform des Autonomen Finanzsystems der Kanaren (REF). In den Bereichen Soziales, Bildung, Wirtschaft und Arbeit forderte er mehr Einsatz. Román Rodríguez (NC) zeigte sich „enttäuscht“ von der Arbeit Clavijos, der zusehends nach rechts abgewichen sei. Noemí Santana (Podemos) kritisierte insbesondere das sogenannte Boden-Gesetz, welches neue Bauvorhaben und Investitionen in Bau und Immobilien ermöglicht. Sie führte an, dieses führe zu einer unkontrollierten Bebauung und Förderung des Massentourismus. 

„Mehr Arbeitsstellen im Tourismus“

Im Rahmen der Debatte zur Lage der Region beschloss das Kanarenparlament, die Regionalregierung offiziell aufzufordern, für höhere und bessere Beschäftigungsverhältnisse im Tourismus zu sorgen. Die guten Resultate des Sektors müssten sich auch für die Bevölkerung positiv auswirken, hieß es. Die touristischen Unternehmer müssten mehr Arbeitsplätze schaffen und die Bedingungen verbessern. 

Bereits einen Tag später meldete sich der Hotelverband der Westprovinz Ashotel und gab bekannt, zwischen Februar 2015 und Februar 2016 seien knapp 1.900 Arbeitsplätze in Hotels und Apartment-Hotels geschaffen worden, womit die Beschäftigung in diesem Bereich kanarenweit um 21% angehoben worden sei. Auf Teneriffa seien 41% aller Angestellten in der Hotellerie beschäftigt.  




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