Das Chaos ist zurück


Foto: Moisés Pérez Pérez

Mit Beginn des Studienjahrs an der Universität hat der allmorgendliche Stau auf der Nordautobahn wieder eingesetzt

Teneriffa – Die entspannte Zeit des Sommers ist vorbei. Anfang September verstärkte sich das Verkehrsaufkommen bereits durch den Beginn des Schuljahres, und seit der letzten Septemberwoche, in der auch das neue Studienjahr in La Lagunas Universität begann, ist das morgendliche Chaos auf der Nordautobahn zurück. Allen Bemühungen der Inselverwaltung um die Förderung des öffentlichen Transports zum Trotz wälzt sich seit dem 24. September jeden Morgen wieder eine Blechlawine aus den Nordgemeinden Richtung Haupt­stadt, und eine kurzfristige Lösung des Verkehrsproblems ist nicht in Sicht.

Wie der Leiter des Inselressorts für Transport, Miguel Becerra, erklärte, gab es keine außerordentlichen Auslöser für den Stau, wie Verkehrsunfälle oder Bauarbeiten. Demnach ist die Rückkehr zur Routine nach dem Sommer an Schulen, Universität und Krankenhäusern die Ursache. Nach Ansicht von Becerra muss die Lösung des Stauproblems auf verschiedenen Wegen herbeigeführt werden. Einerseits müsse die Autobahn durch den geplanten Busfahrstreifen zwischen Los Realejos und Santa Cruz de Tenerife entlastet werden, ein Projekt, dessen Umsetzung von der Regionalregierung abhängt. Andererseits hält Miguel Becerra auch die endgültige Vollendung des Schnellstraßenrings für wichtig, um das Verkehrsaufkommen auf der Strecke Los Realejos-Santa Cruz zu senken. Außerdem beschäftige sich die Inselverwaltung mit weiteren Maßnahmen, um der Überlastung der TF-5 entgegenzuwirken. Eine davon betrifft den Kreisverkehr bzw. die Ortseinfahrt La Laguna auf der Höhe von Padre Anchieta, wo neue Fußgängerüber­-

wege geschaffen werden sollen, damit Fahrzeuge nicht ständig an den zahlreichen Zebrastreifen aufgehalten werden. Des Weiteren ist die unterirdische Umleitung des Verkehrs auf die Carretera de la Esperanza (TF-24) vorgesehen, damit Fahrzeuge, die in diese Richtung wollen, den Kreisverkehr vermeiden. Beide Projekte sollen baldmöglichst zur Umsetzung genehmigt werden, hofft Becerra.

Um die Bevölkerung zum Umsteigen auf öffentliche Transportmittel, sprich Busse, zu bewegen, sieht die Inselverwaltung die Schaffung von Pendlerparkplätzen in Los Realejos, La Matanza und La Victoria vor. Entsprechende Grundstücke sollen zunächst gemietet werden, wobei auf eine Kaufoption Wert gelegt wird. Von den Parkplätzen aus sollen Zubringerbusse die Pendler zu den Haltestellen an der Autobahn bringen. Von dieser Maßnahme verspreche man sich viel, erklärte Becerra.

Eine weitere Initiative zur Bekämpfung des Mobilitätsproblems ist das Projekt einer dritten Fahrspur von Guamasa bis zum Nordflughafen, das allerdings von der Flughafenbehörde AENA abhängt, weil es eine Flughafenzufahrt betrifft.

Klar ist, dass eine kurzfristige Lösung des Stauproblems nicht möglich ist, und die Zahl der Fahrzeugneuzulassungen lässt erwarten, dass auch mit drei Fahrspuren ein Stau in Zukunft nicht vermeidbar ist. „Deshalb arbeiten wir an einem Richtungswechsel der Mobilität. Indem wir die Busverbindungen verbessern und mehr Personal bei Titsa einstellen, wollen wir erreichen, dass die Bevölkerung in öffentlichen Verkehrsmitteln eine günstigere Alternative zu privaten Fahrzeugen sieht“, erklärte Becerra. Derzeit wird außerdem eine App getestet, mit der sich Pendler zu Fahrgemeinschaften zusammenfinden sollen.

Vorerst jedoch ist weiterhin die Geduld der Pendler gefragt.




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