Clavijo: Erste offizielle Reise nach Marokko


Clavijo sprach bei dem Treffen mit Marokkos Ministerpräsidenten Saadeddine Othmani die Verzögerung der Modernisierungsarbeiten im Hafen von Tarfaya an. Die Kanaren setzen sich für die Aufnahme einer Fährverbindung zwischen Puerto del Rosario (Fuerteventura) und Tarfaya ein. Foto: EFE

Größtes Anliegen Clavijos war die Verbesserung der wirtschaftlichen Beziehungen

Casablanca/Rabat – Ende Januar ist Fernando Clavijo zum ersten Mal als kanarischer Regionalpräsident nach Marokko gereist, um sich dort mit hohen Vertretern aus Politik und Wirtschaft zu treffen. Dabei wurde er von einer Delegation kanarischer Politiker und Unternehmer begleitet. Ziel der zweitägigen offiziellen Reise war, die Beziehungen zwischen den Kanaren und Marokko zu stärken und konkrete Einigungen über die wirtschaftliche Zusammenarbeit zu erzielen.

Kurz nach seiner Ankunft in Casablanca am 28. Januar traf sich Clavijo mit der marokkanischen Staatssekretärin für Handel und kanarischen Unternehmern in Marokko sowie Vertretern des marokkanischen Handelsverbandes und lokalen Unternehmern. Derzeit sind 36 kanarische Unternehmen in Marokko geschäftlich aktiv, die vor allem in den Bereichen Fischerei, Tourismus, Bauwesen und Beratung tätig sind. Marokko gehört zu den wichtigsten Abnehmern kanarischer Produkte in Afrika und wird nur von Mauretanien übertroffen, während Marokko die Kanaren hauptsächlich mit Fisch, Meeresfrüchten und Aluminium beliefert.

Tarfaya: Strategischer Hafen

Fernando Clavijo unterstrich, wie wichtig es sei, die Transportverbindungen zu verbessern, nicht nur im Sinne der 300.000 marokkanischen Residenten auf den Kanarischen Inseln, sondern auch für den Tourismus und die wirtschaftlichen Beziehungen. Zwar würden Binter und Air Maroc diverse Flugverbindungen anbieten, doch gäbe es weiterhin keine Fährlinie. Zwei Fährunternehmen hätten bereits Interesse an der Wiederaufnahme der Verbindung Fuerteventura-Tarfaya bekundet, erklärte Claijo, doch sei die Modernisierung des Hafens von Tarfaya noch nicht abgeschlossen. Er drängte auf eine Fertigstellung dieses für die kanarisch-marokkanischen Wirtschaftsbeziehungen strategischen Hafens.

Zwischen Puerto del Rosario und Tarfaya liegen nur etwa 100 km. Bis zur Havarie der Fähre „Assalama“ im Jahr 2008 bestand eine wöchentliche Fährverbindung, die rentabel war.

Im Rahmen des Treffens unterzeichnete Pedro Ortega, Ressortleiter für Wirtschaft, Industrie und Handel, mit Unternehmervertreter Salaheddine Kadmiri ein Abkommen, in dem sich beide Seiten verpflichten, über Geschäftsmöglichkeiten oder Vergabeverfahren öffentlicher Projekte zu informieren.

Am zweiten Tag seiner Reise traf sich der kanarische Regionalpräsident in Rabat mit Marokkos Ministerpräsident Saadeddine Othmani. Clavijo legte dem Regierungschef nahe, es nicht bei Absichtserklärungen zu belassen, sondern konkrete Abkommen zu schließen. Auch wünsche er sich eine Verstärkung der Beziehungen in allen Bereichen, jedoch insbesondere beim Tourismus, der Kultur, den Erneuerbaren Energien, der Fischerei, dem Städtebau und dem Transportwesen.

Clavijo sprach auch Othmani auf den Tarfaya-Hafen an, und der Ministerpräsident versprach, die Angelegenheit mit seinem Transportminister zu besprechen.

Während des Treffens auf höchster Ebene kam auch die Flüchtlingskrise von vor einem Jahrzehnt zur Sprache, die ihren Höhepunkt im Jahre 2006 hatte. Damals kamen mehr als 35.000 Personen von Afrika aus mit Flüchtlingsbooten an die kanarischen Küsten. Im vergangenen Jahr waren es rund 1.300 – Tendenz wieder steigend.

Am selben Tag kam ein Abkommen zwischen dem Technologischen Institut der Kanaren (ITC) und der MASEN-Agentur zustande, die für die Nutzung Erneuerbarer Energien in Marokko zuständig ist. Für die Regionalregierung handelte es sich hierbei um das bislang wichtigste internationale Abkommen des ITC, das kanarischen Unternehmen erlaubt, zusammen mit marokkanischen Partnern Projekte im Bereich Erneuerbare Energien und Wasserversorgung in dem afrikanischen Land durchzuführen.





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