Besorgnis wegen Algenschwund


Das Forscherteam, das die Studie durchführte, entnahm Proben und untersuchte sämtliche Küstenabschnitte rund um die westlichen Inseln. Dabei stellten sie fest, dass die Meerheide nur noch an zwei Küstenpunkten ausgedehnte unterseeische Wiesen bildet. Fotos: efe

Eine Studie ergab, dass die Menge an Braunalgen in den vergangenen drei Jahrzehnten um 90% zurückgegangen ist

Kanarische Inseln – Forscher der Abteilung für marine Botanik der Universität La Laguna haben an der Küste der westlichen Kanareninseln Teneriffa, La Palma, La Gomera und El Hierro die Algenkolonien untersucht. Die Studie wurde vom Naturschutzressort der kanarischen Regierung bei der Universität in Auftrag gegeben und liefert ein besorgniserregendes Ergebnis. Demnach hat sich die von den ökologisch wichtigen Braunalgen belegte Fläche in den letzten 30 Jahren um 90% reduziert, und auch die Größe der Algen ist auf eine Länge von maximal 10 Zentimetern zurückgegangen.

Das Forscherteam, das die Studie durchführte, entnahm Proben und untersuchte sämtliche Küstenabschnitte rund um die westlichen Inseln. Dabei stellten sie fest, dass die Meerheide nur noch an zwei Küstenpunkten ausgedehnte unterseeische Wiesen bildet. Fotos: efe

Die marinen Braunalgen bilden an der felsigen, von Wellen umspülten Küste der Kanaren Habitate für zahlreiche Tiere und auch andere Algen. Sie sind für viele Mikroorganismen gleichzeitig Dünger, Nahrung und Unterschlupf. Dazu gehören die Meerheide (Cystoseira abies marina), die als einzige Algenart rund um die westlichen Inseln unterseeische Wiesen bildet, sowie die verwandten Arten Cystoseira tamariscifolia und Cystoseira mauritanica.

Das Team, das diese Studie durchführte, umrundete alle westlichen Kanareninseln mit dem Boot, um Daten zu den Algenbeständen zu sammeln, und begab sich für weitere Untersuchungen auch zu Fuß an viele Küstenpunkte. So wurde festgestellt, dass die einzigen Orte, an denen die Meerheide noch relativ ausgedehnte unterseeische Wiesen bildet, vor Punta del Hidalgo im Norden Teneriffas und im Norden von El Hierro liegen.

Der Rückgang bzw. das Verschwinden von Braunalgen an der kanarischen Küste hat Folgen für die Biodiversität. Einfluss auf diese Entwicklung kann laut den Autoren der Studie die erhöhte Temperatur des Meeres genommen haben.

Aufgrund der enormen Bedeutung, die den Braunalgen für den Erhalt der Biodiversität auf den Inseln zukommt, wird die Regionalregierung für den Zeitraum 2018-2019 eine zweite Studie für die östlichen Inseln Gran Canaria, Fuerteventura und Lanzarote in Auftrag geben, um die dortigen Bestände zu ermitteln. Basierend auf den Resultaten beider Studien soll dann ein Schutzplan für die drei Arten von Braunalgen ausgearbeitet werden.




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