51-Jährige legt Feuer im Krankenhaus La Candelaria


Der Feuerwehr gelang es, den Brand nach eineinhalb Stunden zu löschen. Foto: EFE

Die mutmaßliche Brandstifterin soll, über die lange Wartezeit verärgert, ein Feuerzeug an eine Sauerstoffflasche gehalten haben

Teneriffa – In der Nacht zum Dienstag, dem 14. August 2018, ist gegen 21.00 Uhr im Universitätskrankenhaus Nuestra Señora de Candelaria (HUNSC) in Santa Cruz ein Feuer ausgebrochen. Glücklicherweise gab es nach dem Zwischenfall keine Toten oder Verletzten zu beklagen. Der Rauch und die Flammen machten es jedoch erforderlich, Personal, Angehörige und Dutzende von Patienten in ihren Betten und in Rollstühlen auf die Straße hinaus in Sicherheit zu bringen. Die Kranken wurden vor Ort von mehreren Ambulanzen betreut.

Nach bisherigen Erkenntnissen wurde das Feuer von einer 51-jährigen Frau verursacht, die sich zur fraglichen Zeit als Begleitung eines erkrankten Angehörigen im Bereich der Kinder-Notaufnahme aufgehalten ha- ben soll. Sie habe, so sollen Zeugen gegenüber der Presse berichtet haben, verärgert über die lange Wartezeit und mangelnde Betreuung, eine Sauerstoffflasche aufgedreht und mit einem Feuerzeug in unmittelbarer Nä­he Feuer gelegt haben, was den explosionsartigen Ausbruch eines Brandes zur Folge hatte.

Überrascht von den schwerwiegenden Folgen der offenbar unbedachten Tat, bekannte sich die Frau gegenüber den Rettungskräften dazu, das Feuer verursacht zu haben, und wurde von der Polizei festgenommen.

Aufgrund der Flammen- und Rauchentwicklung mussten vier Stockwerke des Krankenhauses, darunter die Notaufnahme im ersten Stock, in der sich 160 Personen aufhielten, geräumt werden. Die Landstraße Carretera El Rosario, die am Candelaria-Krankenhaus vorbeiführt, wur­de durch die Polizei gesperrt, um den Evakuierten und den Einsatzkräften Raum zu bieten. Dreizehn Feuerwehrfahrzeuge und 42 Feuerwehrleute kamen zum Einsatz. Um 22.20 Uhr war der Brand gelöscht. Im Anschluss kümmerten sich die Brandbekämpfer um die Belüftung des Gebäudes.

Untersuchungshaft ohne Kaution

Die mutmaßliche Brandstifterin verblieb bis zur richterlichen Anhörung in Polizeigewahrsam.  Bei der Befragung machte die Beschuldigte, die sich in der Nacht des Brandes noch selbst bezichtigt hatte, von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch. Nach Prüfung der Beweismittel odnete die zustän- dige Richterin Untersuchungshaft ohne die Möglichkeit, auf Kaution frei zu kommen, an.

Schnelle Instandsetzung

Im Krankenhaus wurden diejenigen Räume, die nur durch den Rauch verschmutzt, aber nicht verbrannt worden waren, in Rekordzeit wieder hergerichtet. Schon nach 24 Stunden konnte die  Notaufnahme den Betrieb eingeschränkt wieder aufnehmen und war nach drei Tagen wieder voll funktionsfähig. Ein Klinikzelt, welches das Rote Kreuz bereitgestellt hatte, um den provisorischen Betrieb der Notaufnahme zu gewährleisten, konnte wieder abgebaut werden.

Das Rote Kreuz errichtete ein Zelt, um den Betrieb der Notaufnahme aufrechtzuerhalten. Foto: EFE

Über die Höhe des entstandenen Sachschadens konnte die Krankenhausleitung noch keine abschließenden Angaben machen. Bekannt wurde jedoch, dass die gesamte Ausstattung der Kindernotaufnahme durch die Flammen zerstört worden ist.

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