Versteigerung neuer Mobilfunkfrequenzen


Regierung erwartet bis zu 2 Milliarden Euro für die Staatskasse

Im Machtkampf um das Mobilfunkgeschäft in Spanien wurde eine neue Runde eingeleutet. Für Telefónica wird es immer ungemütlicher, denn der Mobilfunkbetreiber verliert schon jetzt Monat für Monat Kunden an die Konkurrenz und die Vergabe neuer Lizenzen lockt noch weitere Rivalen an.

Madrid – Der Marktführer fürchtet, dass ein neuer Anbieter ein weiteres Netz aufbauen und den ohnehin harten Wettbewerb mit den Rivalen Orange und Vodafone verschärfen könnte. So haben sich überraschend die beiden spanischen Anbieter Jazztel und Ono ins Rennen gebracht, die bisher lediglich als virtuelle Netzbetreiber aufgetreten sind.

Seit dem 29. Juni läuft nun die Versteigerung, bei der die Frequenzen vergeben werden, die die nötigen Kapazitäten für eine neue Mobilfunkgeneration liefern, bei der Datendienste immer wichtiger werden.

Bis zu 2 Mrd. Euro

Dabei richtet sich Spanien nach der Mobilfunkversteigerung 2010 in Deutschland, bei der 4,4 Mrd. Euro in die Berliner Kassen gespült wurden. So viel wird es hierzulande voraussichtlich nicht werden, doch Spaniens Industrieminister Miguel Sebastián hofft auf einen Geldsegen von bis zu zwei Mrd. Euro für die leeren Staatskassen. Allein Telefónica wird nach Schätzung der Investmentgesellschaft Natixis mindestens 500 Mio. Euro für die neue Mobilfunkgeneration zahlen müssen.

Zu Redaktionsschluss war die mehrtägige Versteigerung, noch nicht beendet. Doch die Gebote der elf Teilnehmer erreichten bereits die Summe von 1,1 Mrd. Euro. Damit ist zwar das Mindestgebot von 1,453 Mrd. nicht erreicht, es besteht jedoch eindeutiges Interesse.




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