Internet mit 100 Mbit/s für halb Spanien


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Ministerrat beschließt ambitionierte „Agenda Digital“ – ohne Finanzierung zu nennen

Spanien will den digitalen Zug nicht verpassen. 5,7% des spanischen Bruttoinlandsprodukts (BIP) stamme laut Industrieminister José Manuel Soria bereits aus der „digitalen Wirtschaft“.

Madrid – Rund 30.000 Unternehmen mit 445.000 Mitarbeitern bewegen hier 80 Milliarden Euro jährlich, rechnete Soria vor, als er am 15. Februar den Beschluss einer digitalen Agenda bekannt gab, mit der er die spanische Wirtschaft und Produktivität – und nicht zuletzt den Wohlstand im Land ankurbeln will.

Bezüglich des Wirtschaftswachstums könne man in Europa je 10% Ausbau der Breitbandnetze einen Anstieg des BIP von 0,9 und 1,5% beobachten. „In Spanien gibt es da noch Verbesserungspotenzial“, gab der Minister zu bedenken. Hier werden je investierter Million Euro 33 Arbeitsplätze geschaffen.

Wesentlicher Bestandteil der digitalen Agenda ist also der Ausbau der superschnellen Breitbandnetze. Man hat sich das Ziel gesteckt, in drei Jahren rund 50% der Bevölkerung mit über 100 Megabit pro Sekunde versorgen zu können; rund 5% der Haushalte, so rechne man, werden diese Geschwindigkeit in Anspruch nehmen. Im selben Zeitraum will man erreichen, dass 70% der Bevölkerung und 85% der Unternehmen Breitbandnetze benutzen.

Ein weiterer Punkt der Agenda ist die Verbesserung der Sicherheit in der digitalen Welt. Bis 2015 will man erreichen, dass der Anteil der Benutzer, die „starkes oder ziemlich starkes Vertrauen“ ins Internet haben, von heute 50% auf 70% ansteige.

Details zur Finanzierung der ambitionierten Regierungspläne ließ Soria bei der Ankündigung nicht verlauten.




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