Alejandro Marías beschließt die Konzertreihe „Alte Musik im Innenhof“ mit einer Hommage an Carl Friedrich Abel

Las Palmas de Gran Canaria, 11. September 2026.- Die Casa de Colón veranstaltet am 15. September um 19:30 Uhr das letzte Konzert der elften Ausgabe der Konzertreihe „Alte Musik im Innenhof“.

Im Mittelpunkt des Konzerts steht der Viola-da-Gamba-Spieler Alejandro Marías, der „The Drexel Manuscript“ aufführen wird, ein Programm, das Carl Friedrich Abel (Köthen, 1723 – London, 1787) gewidmet ist, einer der Schlüsselfiguren des galanten Stils und einem der Vorläufer der Klassik.

Das Programm taucht in die intimste Seite Abels ein, eines Komponisten, der zu Lebzeiten vom jungen Wolfgang Amadeus Mozart bewundert und auf den Londoner Bühnen für seine raffinierten und eleganten Sinfonien geschätzt wurde. Die Berichte seiner Zeitgenossen offenbaren jedoch auch eine persönlichere Seite: die des Musikers, der im privaten Kreis, begleitet von seiner Viola da Gamba, eine tiefe emotionale Intensität zum Ausdruck bringen konnte.

Die in der Londoner Presse veröffentlichten Nachrufe erinnern an private Abende, an denen Abel, inspiriert von Wein und Gesprächen über menschliche Leidenschaften, für seine Freunde improvisierte und sie vom Lachen zum Weinen bringen konnte. Diese Fähigkeit, Emotionen unmittelbar zu vermitteln, brachte ihm sogar den Beinamen „der Sterne der Musik“ ein, in Anlehnung an den Romanautor Laurence Sterne, den Verfasser von „Tristram Shandy“ und eine der Schlüsselfiguren des literarischen Sentimentalismus.

Im Mittelpunkt des Programms steht das sogenannte „Drexel-Manuskript“, das sich heute in der New York Public Library unter der Signatur Drexel MS 5871 befindet. Das Manuskript umfasst 29 Stücke für Viola da Gamba solo, die von Abel eigenhändig verfasst wurden, und stellt eines der einzigartigsten Zeugnisse der Literatur für dieses Instrument dar.

Das Manuskript stammt aus dem Umfeld des Malers Thomas Gainsborough, einem großen Liebhaber der Viola da Gamba und Freund des Komponisten, wirft jedoch noch zahlreiche Fragen hinsichtlich seiner Herkunft und Funktion auf. Es ist unklar, ob es sich um ein persönliches Notizbuch, um ein Verzeichnis von Improvisationen oder um Musik handelte, die für die Aufführung im privaten Kreis gedacht war.

Seine freie Schreibweise und seine rätselhafte Anordnung ermöglichen es, einen Einblick in einen Abel zu gewinnen, der fernab vom Protokoll öffentlicher Konzerte steht. Auf diesen Seiten findet der Komponist einen Raum formaler und expressiver Freiheit, in dem die Virtuosität im Dienst der Emotion steht. Alejandro Marías’ Konzept lädt dazu ein, das Manuskript so zu erkunden, wie es vielleicht ursprünglich gedacht war: als lebendige Spur einer Improvisation, als Musik, die nicht unbedingt für die Nachwelt, sondern für den gemeinsamen Augenblick konzipiert war.

Über Alejandro Marías

Alejandro Marías (Madrid, 1984) ist Dozent für Viola da Gamba und Barockcello am Conservatorio Superior de Música in Sevilla, Leiter von La Spagna und Mitglied des Cuarteto Goya.

Er wurde in Genf ausgebildet und hat eine intensive internationale Karriere als Interpret und Solist aufgebaut, wobei er mit namhaften Orchestern und Dirigenten zusammenarbeitet, die auf Alte Musik spezialisiert sind. Seine künstlerische Tätigkeit wird durch eine bedeutende Lehr- und Vermittlungsarbeit sowie durch eine von der Kritik gelobte Diskografie ergänzt, deren Schwerpunkt auf Komponisten wie Bach und Morel liegt.

Zu seinen herausragenden Projekten zählen insbesondere seine Arbeit rund um das Drexel-Manuskript von C. F. Abel sowie seine Teilnahme am Bach-Festival in Lausanne – Erfahrungen, die seine Spezialisierung auf die Interpretation und Wiederentdeckung des Repertoires für Viola da Gamba widerspiegeln.

Der Eintritt ist frei, solange Plätze verfügbar sind, und dient einem wohltätigen Zweck zugunsten der Lebensmittelbank von Las Palmas. Die Besucher können mit nicht verderblichen Lebensmitteln einen Beitrag leisten. [Cultura Cabildo Gran Canaria]

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