Das grosse Inselrätsel, 472

(Die Lösung zu diesem Rätsel gibt es bereits am Kiosk in der aktuellen Ausgabe 473.)

Ich bin nichts, was Besucherinnen und Besucher unserer schönen Kanarischen Inseln in ihre Taschen oder Koffer packen, mit nach Hause nehmen und dort ihren Verwandten und Freunden zeigen können. Transportierbar bin ich nämlich nicht, ich passe auch in kein noch so großes Reisegepäck hinein. Jeder darf mich aber fotografieren und als wunderbare Erinnerung in die weite und die nicht ganz so weite Welt tragen.

Meine Gäste machen sich schön für mich, die Frauen tragen Röcke und die Männer Hosen. Nichts Besonderes eigentlich, überall tragen Männer und Frauen so etwas und laufen nicht nur in Badeschuhen durch die Stadt oder über das Land. Bei denen, die zu mir kommen, ist das Oben aber viel schöner als anderswo, mit Blusen und Hemden, verziert und bestickt. Dazu trägt man Hut, die Frau natürlich auch.

Mich gibt es, weil vor mehr als vierzig Jahren eine Sitzung von einheimischen Politikern unter der Leitung eines Präsidenten stattfand. Beeindruckend, oder? Wer sonst erinnert sich schon an irgendeine Sitzung, in der er in seinem Leben irgendwann einmal saß. Die Menschen hier tun es aber und sie tun es durch mich.

Und so liege ich irgendwo zwischen den Osterferien und dem Sommerurlaub im Kalender herum und Kleine und Große freuen sich ein ganzes Jahr lang auf mich. Schließlich wird bei mir nicht nur gegessen und getrunken, sondern auch getanzt, musiziert und sogar Sport getrieben.

Ich gebe gern zu, dass ich deshalb schon etwas anstrengend bin und alle eine einigermaßen gute Kondition für mich benötigen. Jede und jeder möchte ja bis zum Schluss bleiben und nicht vor dem Ende gehen. Und je nachdem, wo genau auf unseren Inseln man mich besucht, kann es schon ein wenig länger dauern mit mir. Aber mich gibt es doch nur einmal im Jahr, da schläft man eben vorher vor und danach nach.

Wichtig ist aus diesem Grund auch, an diesem Tag bequeme und praktische Kleidung zu tragen, um bei dem zu meiner Zeit mildem Wetter draußen eben ausgiebig essen, trinken und feiern zu können …

Wer oder was bin ich?

(Jens Klausnitzer)