Otto M. Krämer, Professor für Orgel an der Musikhochschule Köln, wird auf Teneriffa zwei Konzerte für Orgelimprovisation geben.
Termine
- Freitag, 13. März, 20:15 Uhr, Los Cristianos, in der Kirche Nuestra Señora del Carmen
- Samstag, 14. März, 18:30 Uhr, Santiago del Teide, in der Kirche San Fernando Rey
Programm
- Batallha famossa en estilo barroco español
- Variacionen über «Oh Virgen María» („Maria Dich lieben“)
- Marsch a la Händel über die spanische Nationalhymne
- Preludium und Fuge im romantischen Stil über «¡Oh dulce Madre mia!» („O Jungfrau ohne Makel“)
- Französische Suite über «Canción de Lourdes („Die Glocken verkünden“)
- Plein jeu
- Quatuor
- Basse et dessus de trompette
- Tierce en taille
- Récit de nazard
- Dialogue sur les grands jeux
- Zwei romantische Charakterstücke
- Cantabile über «Hymne an San José»
- Marcato über «Salve, salve virgen morenita» (Candelaria)
- Partita im deutschen Barockstil über «Santa Madre!» („O Maria Gnadenvolle“)
- Coral figurado
- Trío
- Cantus in tenore
- á la Pifa
- Siciliana (in alto)
- Ricercare
- Symphonisches Triptychon
- Allegro maestoso über «Regina coeli»
- Adagio espressivo über «Tantum ergo»
- Finale über «Salve regina»
Zur Kunst der Improvisation
Die Improvisation ist eine der ursprünglichsten Formen der Orgelkunst. Sie entsteht im Moment, ist einzigartig und nicht wiederholbar. Im Gegensatz zur geschriebenen Komposition folgt sie keiner festen Partitur, sondern entfaltet sich aus musikalischen Ideen, Formen, Stilen oder außermusikalischen Impulsen – häufig inspiriert vom Raum, vom Instrument und von der Akustik.
In einem Improvisationskonzert wird die Orgel zum klingenden Erzähler. Themen können sich verwandeln, einander kontrastieren oder unerwartete Wege einschlagen. Stilistische Bezüge zu unterschiedlichen Epochen – von barocker Polyphonie bis hin zu zeitgenössischen Klanglandschaften – treten in einen lebendigen Dialog. Dabei verbindet sich strukturelles Handwerk mit spontaner Kreativität.
Das Publikum erlebt Musik im Augenblick ihres Entstehens. Jede Improvisation ist ein einmaliges Ereignis, geprägt von der besonderen Atmosphäre des Abends, dem klanglichen Reichtum der Orgel und der unmittelbaren Inspiration der Interpretin bzw. des Interpreten.
Biografie
Otto M. Krämer, geb. 1964, verrichtete seit 1974 regelmäßig Orgeldienste an St. Peter in Büderich bei Wesel. 1986 begann er das Studium der Katholischen Kirchenmusik an der Folkwanghochschule in Essen, welches er an der Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf bei den Lehrern Prof. Paul Heuser (Orgel), Prof. Herbert Callhoff (Tonsatz) und Prof. Wolfgang Seifen (Improvisation) fortsetzte. 1994 absolvierte er sein A-Examen.
Otto M. Krämer war Teilnehmer mehrerer Meisterkurse mit dem Schwerpunkt „Orgelimprovisation“, unter anderem: „2. Internationale Orgelakademie Altenberg“ bei Daniel Roth, Gaston Litaize, Peter Planyavsky, Wolfgang Seifen. Von 1991 bis 1993 war er Organist an Herz-Jesu in Mönchengladbach-Bettrath. Seit 1993 ist er Kantor an St. Peter und Paul in Straelen am Niederrhein.
Neben seinen beruflichen Pflichten ist Krämer auch kompositorisch tätig. 1995 wurde er 2. Preisträger im „Internationalen Wettbewerb für Orgelimprovisation der Stadt Schwäbisch Gmünd“ und Gewinner (2ème Prix) beim „Concours d’Improvisation à l’orgue“ in Montbrison.
Seine CD-Einspielungen in St. Ouen Rouen, in Magdeburg, St. Sebastian, in Münster, St. Lamberti sowie in Pforzheim, St. Franziskus erreichten Kultstatus.
Otto M. Krämer gestaltet regelmäßig Orgelkonzerte und Kurse mit dem Schwerpunkt „Improvisation“. So spielte er in England, Frankreich, Italien, Belgien, Holland, Litauen, Polen, der Schweiz, Dänemark, Schweden, Russland, Kanada und den USA.
Seine improvisierten, innovativen Stummfilm-Begleitungen gelten schon jetzt als legendär.
Auf seinen USA-Touren spielte er bei Konzerten und Meisterklassen in New York, San Francisco, Washington, St. Louis, Birmingham, Chicago, Berkeley, Portland, Pasadena, Tuscon, Hollywood, Princeton und Los Angeles.
Im Frühjahr 2006 unterrichtete er als Gastprofessor für Improvisation am Westminster Choir College Princeton, N.J. Bis Juli 2016 unterrichtete er beim London Organ Improvisation Course (LOIC). Seit 2013 unterrichtet Otto M. Krämer Liturgisches Orgelspiel/Improvisation an der „Hochschule für Musik und Tanz“ in Köln. [Redaktion Wochenblatt / Text und Plakate: Hans Peter Reiners]





