Zweifel an Vermittlungseffizienz


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Nur jeder 100. fand über das Arbeitsamt einen Job

Das kanarische Arbeitsamt hat nur einen von hundert Beschäftigten zu seiner Einstellung verholfen. Das brachte die jüngste EPA-Umfrage zutage.

Die neueste Umfrage zur Aktiven Bevölkerung (Encuesta de Población Activa, EPA) belegt, dass von den 656.000 im vergangenen Jahr auf den Kanarischen Inseln Beschäftigten nur 5.400, also 0,8%, mit Hilfe des Arbeitsamtes an ihren Job gekommen waren. Was wiederum bedeutet, dass nur einer von Hundert Beschäftigten durch das Arbeitsamt erfolgreich vermittelt wurde. 

Spanienweit spielt die öffentliche Vermittlung von Arbeitsplätzen allgemein keine große Rolle. Im Durchschnitt liegt der Anteil der vom Arbeitsamt erfolgreich vermittelten Angestellten bei 1,7%. Unter den Regionen teilen sich die Kanaren und Murcia den letzten Platz. 

Alejandro Martín López, Direktor des kanarischen Arbeitsamtes (Servicio Canario de Empleo, SCE), verteidigte die Arbeit seiner Behörde mit dem Argument, dass in Urlaubsgebieten die öffentliche Arbeitsvermittlung unterschätzt würde. Demnach ist der Tourismus von Saisonarbeit geprägt. Fragt beispielsweise ein Hotel beim Arbeitsamt an, werden Hunderte Lebensläufe zugesandt. Das Hotel wählt zwei, drei Personen aus, die nach der Saison wieder entlassen werden. Im kommenden Jahr werden die gleichen Personen wieder eingestellt, oder die Personalabteilung greift auf die damals zugesandten Lebensläufe zurück. Diese Einstellungen fließen jedoch nicht zugunsten des Arbeitsamtes in die Statistik ein. Zu Unrecht, wie Martín López meint. 

Für die Argumentation von Martín López spricht, dass die Quote der erfolgreichen Arbeitsvermittlung seitens der öffentlichen Arbeitsämter auch in den Urlaubsregionen Katalonien und Balearen mit 0,9% bzw. 1% niedrig ist. „Trotzdem wollen wir die Vermittlung verbessern,“ erklärte der Direktor des SCE. 

Aus der jüngsten EPA geht darüber hinaus hervor, dass die privaten Zeitarbeitsvermittlungen gerade mal 1,2% der auf den Kanaren Beschäftigten vermittelt hatten. 

Langzeitarbeitslosigkeit

 

Im Rahmen der EPA ist weiterhin deutlich geworden, dass 35 von 100 arbeitslosen Canarios seit mehr drei Jahren arbeitslos sind. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist auf den Kanaren auf 107.300 Personen gestiegen. Viele von ihnen haben die Hoffnung auf eine Anstellung verloren. 

Dabei handelt es sich nicht nur um die höchste Zahl von Langzeitarbeitslosen seit Beginn der Erfassung im Jahr 2006, sondern sie belegt den Anstieg im Vergleich zum Vorjahr (+6.200). Sie besagt jedoch  auch, dass die Verbesserung auf dem Arbeitsmarkt das Kollektiv der Langzeitarbeitslosen nicht erreicht.

Eurostat, das Statistikinstitut der Europäischen Union, gab erst kürzlich bekannt, dass Spanien und Griechenland das Ranking der europäischen Länder mit der höchsten Langzeitarbeitslosigkeit anführen. Die Kanarischen Inseln liegen innerhalb Spaniens an erster Stelle, womit der Archipel zu den Regionen Europas mit der höchsten Langzeitarbeitslosigkeit gehören dürfte. 




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