Wirtschaftlicher Aufschwung nicht vor 2014


© TurismoDeTenerife

Laut dem Unternehmerverband CEOE wird die Rezession bis Jahresende anhalten

Nach dem neuesten Konjunkturbericht des Unternehmerverbandes CEOE-Tenerife hat die Wirtschaftskrise auf den Kanaren noch immer nicht den Tiefpunkt erreicht. Ob Binnennachfrage, Bruttoinlandsprodukt (BIP), Arbeitslosenquote oder Urlauberzahl … alle Wirtschaftsfaktoren weisen nach unten.

Selbst die Regionalregierung sah sich gezwungen, den negativen Trend zu bestätigen. Erst im kommenden Jahr soll es leicht, aber dann beständig, bergauf gehen.

Im Konjunkturbericht für das erste Quartal 2013 weist der CEOE der schlechten Binnennachfrage den Schwarzen Peter zu. Demnach sind in den ersten drei Monaten der Verbrauch von Energie (-5%), von Zement (-25%), die Anmeldung von Fahrzeugen (-15%), die Vergabe von öffentlichen Bauvorhaben (-60%), der Verkauf neuer Immobilien (-13%) und der Einzelhandel (-6%) eingebrochen. Alle Wirtschaftssektoren sind von der Rezession betroffen. Wieder gingen Hunderte Unternehmen zugrunde, im ersten Quartal wurden über 9.500 Arbeitsplätze zerstört.

Aufgrund der schlechten Zahlen des ersten Quartals und der Tatsache, dass keine Trendwende in Sicht ist, befürchten die Experten des CEOE ein Negativwachstum von 1% und eine weitere Zunahme der Arbeitslosenzahl – im Juni könnte die 400.000-Marke überschritten werden. Erst ab August könnte es saisonbedingt zu einer Besserung auf dem Arbeitsmarkt kommen. Trotzdem rechnen die Experten damit, dass unterm Strich im Laufe des Jahres weitere 2% aller Arbeitsplätze zerstört werden sowie die Arbeitslosenzahl auf 395.000 und die Quote auf 35% ansteigen werden.

Selbst für den Tourismussektor fallen die Voraussagen eher düster aus. So soll die Urlauberzahl um 3,2% sinken. Beim Auslandstourismus wird ein Einbruch von 1,5% erwartet (-150.000), beim Inlandstourismus von 15% (-225.000). Besonders spürbar soll der Rückgang bis zum Sommer werden, dann erwartet man eine leichte Trendwende.

Ortiz: Licht am Ende des Tunnels

Javier González Ortiz, Leiter des Wirtschaftsressorts, nahm kurz darauf Stellung zu den neuesten Prognosen. Selbst die Voraussagen der Regionalregierung sehen düster aus, wenn auch die Zahlen nicht ganz so schlecht ausfallen wie die der Unternehmer. Laut Ortiz soll das kanarische BIP um 8,0% einbrechen, doch hob er hervor, dass auf staatlicher Ebene sogar ein Rückgang zwischen 1,3% (nach Angaben des Wirtschaftsministers Luis de Guindos) und 1,5% (nach Einschätzung von Wirtschaftsexperten) erwartet werde.

Der Regierungsvertreter glaubt an eine positive Entwicklung des Tourismus und hält an diesem als „wirtschaftlichem Motor“ der Kanaren fest. Voller Zuversicht erklärte Ortiz vor Kurzem, die Kanaren hätten eine bessere und solidere Basis und würden schneller als andere Regionen den Weg aus der Krise finden. Spätestens Anfang 2014 soll es bergauf gehen, zwar „langsam“, aber „konstant“.

Allerdings müsse nun Schluss sein mit den Sparmaßnahmen der Zentralregierung, die nur „zu mehr Rezession und Arbeitslosigkeit führen“, und es müsse endlich wieder investiert werden, forderte Ortiz.




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