Weniger Spanienflüge in der Wintersaison


© Moisés Pérez

Airlines „motten“ Flugverbindungen ein

Mit dem Umstellen der Uhren auf die Winterzeit sind auch die Flugpläne für das Winterhalbjahr veröffentlicht worden. Die Fluggesellschaften, die reguläre Verbindungen zwischen den Kanaren und dem spanischen Festland unterhalten, Iberia, Air Europa und Vueling, verringern bis April die Frequenz der regulären Flüge zu den meisten großen Städten Spaniens.

An diesem Vorgehen gab es harsche Kritik von Seiten der Presse, einiger Politiker und der Tourismuswirtschaft, da die saisonale Streichung von Direktflügen in verschiedene bedeutende Städte, wie Malaga, Sevilla, Valencia, Zaragoza oder Alicante, das Reisen zum spanischen Festland kompliziert und verteuert.

Wochenendausflüge sind dadurch in den nächsten Monaten nur nach Madrid und Barcelona möglich. Für alle anderen großen Städte lässt die Flugplanung keine Kurztrips mehr zu. Eine weitere Unannehmlichkeit besteht darin, dass viele indirekte Verbindungen mit langen Aufenthalten beim Umsteigen verbunden und zudem deutlich teurer sind. Um beispielsweise nach Sevilla zu gelangen, findet sich keine Flugverbindung von unter zehneinhalb Stunden Reisedauer. Gleichzeitig kostet diese Variante etwa doppelt so viel wie der bisherige Direktflug.

Die Gründe der Airlines für diesen „Winterschlaf“ sind unklar, denn die Flüge waren immer sehr gut ausgelastet. Die gestrichene Direktverbindung nach Malaga beispielsweise lag zuletzt bei 98,5%, die nach Sevilla bei 77%. Ab 60% Auslastung gilt ein Flug als rentabel.

Es wird nicht nur reduziert. Einige Verbindungen werden auch ganz gestrichen, wie zum Beispiel die Verbindung vom Nordflughafen Los Rodeos nach Palma de Mallorca. 

Fuerteventura und Lanzarote fühlen sich besonders benachteiligt durch die Streichung der Direktverbindungen zwischen diesen Inseln und Madrid. Nur zu Weihnachten und an Brückentagen wird Iberia Flüge in die Landeshauptstadt anbieten. Auch La Palma verliert die Hälfte seiner Verindungen nach Madrid.

Vor allem der Hotelverband äußerte sich kritisch und warnt davor, dass die ständige Verschlechterung der Reiseanbindung der Kanaren die Fremdenverkehrsbranche, vor allem den nationalen Tourismus, schädige und Arbeitsplätze in Gefahr bringe.

Die Inselregierung tritt den Befürchtungen entgegen

Der Vizepräsident der Inselregierung Teneriffas, Carlos Alonso, und der Tourismusbeauftragte, Miguel Ángel Santos, widersprechen dagegen den in der Presse kursierenden Negativmeldungen und warnen davor, aus normalen, saisonbedingten Schwankungen eine Verschlechterung der Verkehrsanbindung der Kanaren abzulesen. Sie verweisen in diesem Zusammenhang darauf, dass die Anzahl der Flugverbindungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nicht nur nicht zurückgegangen sondern sogar leicht gestiegen sei.




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