Sparen auf den Kanaren


Triebfeder Angst vor der Zukunft

Ein wohlgefüllter Sparstrumpf diente schon zu allen Zeiten als Beruhigungsmittel. Spare in der Zeit, dann hast du in der Not ist jedoch eine Volksweisheit, die in Hochkonjunkturzeiten offensichtlich gern in Vergessenheit geraten ist.

Heute ist Sparen auf den Kanaren jedoch wieder in, das zeigen mehrere Untersuchungen der jüngsten Zeit. Ganz offensichtlich ist es die Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes, die viele Canarios dazu treibt, verstärkt Geld aufs Sparkonto zu legen, für alle Fälle.

Auf den Inseln, wo die Arbeitslosigkeit schwindelerregende 26 Prozent erreicht hat, wird inzwischen wieder mehr gespart als überall sonst im Land. 20,1 Prozent des Gehalts wurden 2008 durchschnittlich auf die Seite gelegt; die Quote wird nur noch von den beiden spanischen Exklaven Ceuta (22,10 Prozent) und Melilla (25,59 Prozent) übertroffen, so eine Funcas-Studie zum Thema „Explosion des Sparverhaltens“.

Ein Drittel der Canarios von Armut betroffen

Auch das Observatorio Inverco kommt im Oktober in seiner Studie über die Sparkapazität zu einem ähnlichen Schluss: über die Hälfte der kanarischen Familien vollführt Monat für Monat wahre Wirtschaftsakrobatik, um etwas auf die Seite legen zu können. Die Zahlen sind insofern besonders bedeutsam, weil bereits ein Drittel der kanarischen Bevölkerung von der Armut betroffen ist. Gekoppelt mit der Tatsache, dass auf den Inseln spanienweit die niedrigsten Löhne gezahlt werden, erscheint es folgerichtig, dass trotz aller Bemühungen das 2008 Angesparte mit durchschnittlich etwa 3.500 Euro weit unter dem nationalen Durchschnitt von knapp 5.500 Euro liegt.




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