Solarpark in Tijarafe mit Fragezeichen


Gesenkte Einspeisevergütung für Solarstrom schreckt Investor ab

Der Photovoltaik-Park „La Punta“ in Tijarafe wurde als ers­ter großer Solarpark der Kanaren vorgestellt, der mit mobilen Modulen – sogenannten Nachführeinheiten – der Sonne folgen kann.

99% der Anlage sollen aus diesen zweiachsig nachgeführten Modulen bestehen, die sich wie Sonnenblumen in die entsprechende Richtung drehen und so jeden Sonnenstrahl einfangen können. Am 4. Juni 2008 wurde der Grundstein für diese Anlage des deutsch-kanarischen Unternehmens Solantis gelegt und mit dem Bau begonnen. Vier Monate später ist die Umsetzung des Projektes ungewiss.

Wie die Gemeinde Tijarafe wissen ließ, ist der österreichische Hauptinvestor des 13 Millionen Euro teuren Projektes abgesprungen.

Das Projekt, das Teil des Cabildo-Projektes „La Palma 100% erneuerbar“ ist, mit dem die Umstellung der gesamten Stromversorgung auf der Insel auf erneuerbare Energiequellen angestrebt wird, hat nach Auskunft von Solantis-Geschäftsführer Hans Pfisterer die Konsequenzen des neuen spanischen Einspeisegesetzes für erneuerbare Energien (Real Decreto 1578/2008) zu spüren bekommen, das unter anderem die Vergütung für Solarstrom um 30% senkt. Nach dem seit 28. September 2008 gültigen neuen königlichen Dekret muss für die Genehmigung, um den Solarstrom ins Netz einspeisen zu können, außerdem eine Wechselbürgschaft übernommen werden, die im Fall des Solarparks La Punta 500.000 Euro betragen würde. Nachdem der österreichische Investor MIP von dieser neuen Verordnung Kenntnis hatte, beschloss er, das Unternehmen abzubrechen. Eine Investition schien angesichts der gesetzlich gesenkten Einspeisevergütung nicht mehr rentabel.

Von Solantis wird mitgeteilt, dass der Solarpark zu 80% fertig ist. Wenngleich noch der kostenaufwendigste Teil – die Installation der Solarmodule – aussteht. Vorerst wurden die Arbeiten gestoppt. Solantis ist nun auf der Suche nach einem neuen Investor, um die Fertigstellung des Projektes zu gewährleisten. Hierfür werden auch Gespräche mit der kanarischen Regierung geführt, berichtet Hans Pfisterer.




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