Schlechtes Jahr für Immobilien


2011 gingen die Verkäufe von Häusern und Wohnungen um 28% zurück

Als die Regierung Zapatero im Jahr 2010 das baldige Ende der steuerlichen Vergünstigungen für den Kauf von Wohnimmobilien ankündigte, kam der Markt wieder in Schwung, sodass am Jahresende nach drei Jahren Flaute endlich wieder ein Anstieg verzeichnet werden konnte.

Madrid – Doch die neueste Statistik des Ministeriums für Inlandsentwicklung bestätigte nun, dass allein das baldige Ende der Steuerermäßigungen zum Kauf von Wohnimmobilien anregte, denn im vergangenen Jahr brach der Markt erneut ein – auf den Kanarischen Inseln um 28%, spanienweit sogar um 29%.

Demnach wurden 2011 auf den Kanaren 14.130 Transaktionen abgeschlossen, erheblich weniger als beispielsweise noch vor fünf Jahren (44.423). In ganz Spanien kamen 347.305 Kaufverträge über Wohnimmobilien zustande.

Aufgegliedert nach Typus brachen insbesondere die Verkäufe von neuen Immobilien stark ein (Kanaren: 3.476, minus 51%; Spanien: 126.840,  minus 36%). Leichter konnten die Immobilien aus zweiter Hand an den Mann gebracht werden, doch auch hier ging das Interesse zurück (Kanaren: 10.654, minus 14%; Spanien: 220.465, minus 24%).

Obwohl die Steuervergünstigung beim Kauf einer Wohnimmobilie mittlerweile rückwirkend zum 1. Januar 2011 wiedereingeführt wurde und vorübergehend eine auf vier Prozent ermäßigte Mehrwertsteuer (IVA) beim Kauf einer neuen Immobilien gilt, äußerten sich Experten gegenüber der Nachrichtenagentur Efe eher pessimistisch, was die Zukunft angeht.

So erklärte José Manuel Galindo, Präsident der nationalen Bauunternehmen (APCE), 2011 sei „ein schlechtes Jahr“ gewesen, und auch in diesem Jahr sähe es aufgrund der Schwierigkeiten, einen Kre-

dit zu bekommen, ebenfalls schlecht aus.

Julio Gil, Wirtschaftsexperte und Direktor des Beratungsunternehmens Horizone, stimm-te dem zu und erklärte, alles würde darauf hindeuten, dass 2012 wieder ein schlechtes Jahr werde. Nur neue Anreize und eine Preisanpassung könnten noch für eine Trendwende sorgen.




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