Ryanair möchte kanarische Basen wieder in Betrieb nehmen

Die Schließung der Basen von Ryanair auf Teneriffa, Gran Canaria, Lanzarote und in Girona hatte die Entlassung von mehr als 200 Mitarbeitern zur Folge. Foto: EFE

Die Schließung der Basen von Ryanair auf Teneriffa, Gran Canaria, Lanzarote und in Girona hatte die Entlassung von mehr als 200 Mitarbeitern zur Folge. Foto: EFE

Im Januar 2020 wurden die Standorte auf Teneriffa, Gran Canaria und Lanzarote aufgegeben

Kanarische Inseln – Kurz vor Beginn der Pandemie beschloss die Low-cost-Airline alle 224 Mitarbeiter der Basen auf Teneriffa, Gran Canaria, Lanzarote sowie in Girona auf dem Festland zu entlassen. Ryanair begründete das Entlassungsverfahren hauptsächlich mit finanziellen Schwierigkeiten. Der Spanische Oberste Gerichtshof hatte jedoch Ende April 2020 die Massenentlassung annulliert und das Unternehmen dazu verurteilt, die Mitarbeiter sofort wieder an ihrem ursprünglichen Arbeitsplatz zu beschäftigen und die Löhne rückwirkend seit Januar nachzuzahlen. Das ist bislang immer noch nicht geschehen.

Mehr als zwei Jahre später scheint sich die Lage bei den Fluggesellschaften wieder zu normalisieren. Die Nachfrage nach Flugreisen weist eine steigende Tendenz auf. Aus der Chefetage von Ryanair verlautete nun, dass die Basen auf den Kanarischen Inseln wieder eröffnet werden sollen.

Ryanair-Chef Eddie Wilson gab bekannt, dass sich die Gesellschaft aktuell in Gesprächen mit der kanarischen Regierung befindet, um dieses Vorhaben umzusetzen. Das wird zwar von der Branche als ein sehr gutes Zeichen gedeutet, aber bei den entlassenen Mitarbeitern stößt das auf Unverständnis. Das Unternehmen hat den mehr als 200 entlassenen Arbeitnehmern weder die Abfindungen noch Löhne nachgezahlt. Dabei geht es um immerhin rund sechs Millionen Euro, die noch zu zahlen sind.

Die ehemaligen Mitarbeiter von Ryanair auf den Basen der Kanaren haben jetzt schon um einen Termin bei der Leiterin des regionalen Tourismusressorts, Yaiza Castilla, gebeten, um sie über diese Situation zu informieren. Sie werden ebenfalls mit der kanarischen Arbeitsministerin, Elena Máñez, sprechen und sie um Unterstützung bitten.

Große Investitionen geplant

Die irische Billigfluggesellschaft Ryanair hat vor, ihr Geschäft in Spanien weiter auszubauen. Michael O’Leary, der Präsident der Fluggesellschaft, erklärte, dass Ryanair große Investitionen vorhabe. In diesem Zusammenhang werde in den nächsten vier Jahren das Personal von 6.000 auf 10.000 Mitarbeiter aufgestockt. Außerdem hat Ryanair vor, das Verschwinden von Thomas Cook und Norwegian vom spanischen Markt auszunutzen und deren Routen zu übernehmen.

Ticketpreise sollen nicht steigen

Die Billiggesellschaft wird in den nächsten fünf Jahren 210 neue Boeing 737 MAX erwerben. Davon werden 50 Maschinen auf dem spanischen Markt eingesetzt. Weiterhin hat O’Leary darauf hingewiesen, dass die Ticketpreise aufgrund der Treibstoffpreise voraussichtlich nicht erhöht werden. Die irische Airline hat schon 80% des Kerosinverbrauchs bis März 2023 auf Vorrat.

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