Ryanair bestraft die Kanaren


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Ab November bietet die Fluggesellschaft 26% weniger Tickets an

Die Fluggesellschaft Ryanair hat die Streichung von 21 Kanarenrouten und die Senkung der Frequenzen auf anderen Routen angekündigt. Begründet wurde diese Entscheidung damit, dass nach Auffassung von Ryanair die Regionalregierung ein Abkommen gebrochen habe, welches der Fluggesellschaft Vergünstigungen zusicherte.

Ab November streicht Ryanair die Routen von Teneriffa nach Doncaster, Knock, Oporto und Zaragoza, von Gran Canaria nach Bratislava, Baden-Baden, Liverpool, Pisa, Santander, Shannon und Zaragoza. Von Lanzarote wird der Billigflieger nicht mehr nach Eindhoven, Baden-Baden, Santander, Valencia, Valladolid und Zaragoza fliegen und Fuerteventura nicht mehr mit Edinburgh, Frankfurt Hahn, London Luton und Cork verbinden.

Hinzu kommen diverse Streichungen von Flügen auf anderen Routen. Laut Ryanair bedeutet dies für jede der vier Inseln zwischen 30 und 38 Flüge weniger pro Woche und zwischen 250.000 und 300.000 Passagiere im Jahr. Die Gesellschaft wird das Flugaufkommen mit den Kanaren um 26% kürzen und 1.100 direkte Arbeitsplätze abbauen.

Die irische Fluggesellschaft machte in einer offiziellen Mitteilung die kanarische Regierung für diese Entscheidung verantwortlich. Ryanair verwies auf ein mit der Regionalregierung geschlossenes Abkommen, in dem sich die kanarische Exekutive zu vergünstigten Flughafengebühren verpflichtet haben soll.

Kurz darauf versicherte Regierungssprecher Martín Marrero, „die kanarische Regierung hat kein Abkommen gebrochen“. Zwar habe man die Schaffung neuer Anreize zugesagt, um Urlauber anzulocken, doch sei dies ein allgemeines Vorhaben, dessen Mittel nicht allein einer Gesellschaft und nicht allein dem Flugtransport zugutekommen sollten, und dessen Durchführung auch weiterhin geplant sei. Auf einer Pressekonferenz zeigte Marrero Verständnis für den Streckenabbau aus Kostengründen, nachdem die Zentralregierung die auf den Kanaren geltenden Vergünstigungen bei den Flughafengebühren abgeschafft habe. Der Regierungssprecher wies darauf hin, dass Ryanair ähnliche Strategien auch auf anderen spanischen Flughäfen verfolge.

Ausnahme Los Rodeos

Nur ein paar Tage später kündigte Ryanair überraschenderweise die Einrichtung von zwei neuen Verbindungen von Teneriffas Nordflughafen Los Rodeos nach Barcelona bzw. Madrid ab dem 7. November an.




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