Requiem für die kanarische Landwirtschaft


In den letzten zwei Jahrzehnten haben die Inseln 25.000 Hektar Anbaufläche verloren

In den letzten zwei Jahrzehnten hat die kanarische Landwirtschaft 25.000 Hektar Anbaufläche und über 10.000 Arbeitsplätze auf diesem Sektor verloren.

Für diesen schier unaufhaltsamen Abstieg der einst neben der Fischerei wichtigsten Einnahmequelle des Archipels sehen Experten zwei Gründe. Einerseits die fehlende Achtung und Wertschätzung der heutigen Gesellschaft im Hinblick auf diese traditionsreiche Tä­tigkeit und andererseits die Tatsache, dass so gut wie keine landwirtschaftlichen Betriebe mehr von Generation zu Generation weitergegeben werden können, da die Nachkommen kein Interesse oder einfach keine Möglichkeit haben, den elterlichen Betrieb weiterzuführen.

Letzteres hat inzwischen dazu geführt, dass das Durchschnittsalter der kanarischen Landwirte bei sechzig Jahren liegt. Hinzu kommt, dass die Behörden und Institutionen so gut wie keine Anstalten machen, dem auf den Inseln vom Aussterben betroffenen Wirtschaftszweig unter die Arme zu greifen. Es wird beispielsweise nichts unternommen, damit die Landwirte für ihre Produkte gerecht bezahlt werden. Die Differenz der Preise zwischen Hersteller und Endverbraucher sind geradezu himmelschreiend. Bestenfalls 30% des Endpreises fließen in die Taschen der Hersteller.

All das hat dazu geführt, dass von den 70.249 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche im Jahr 1982 heute nur noch 45.385 bewirtschaftet werden. 1999 arbeiteten noch 23.882 Canarios mit eigenem Betrieb in der Landwirtschaft und 5.359 als Angestellte. 2007 belief sich die Anzahl der freiberuflichen Landwirte auf nur noch 15.949 und die der Angestellten auf 3.241.




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