Rajoy wirbt in China für spanische Bauunternehmen


Der chinesische Staatschef Xi Jinping und seine Frau Peng Liyuan empfingen den spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy und seine Frau Elvira Fernández beim „Forum der neuen Seidenstraße“ in Peking. Foto: EFE

Konzerne erhoffen sich Aufträge aus dem Seidenstraßen-Projekt

Peking – Präsident Mariano Rajoy hat an dem sogenannten Seidenstraßen-Forum in Peking teilgenommen, um spanischen Bauunternehmen den Zugang zu chinesischen Bauprojekten zu erleichtern. Bei dem „Belt and Road“-Forum drehte sich alles um das von Xi Jinping vor vier Jahren vorgestellte, milliardenteure Seidenstraßen-Projekt, das eine Verbesserung der Verkehrsverbindungen zwischen China, dem Rest Asiens und Europa vorsieht. China will durch den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur die eigene Wirtschaft und, zumindest offiziell, auch die der an der Route gelegenen Länder ankurbeln.

Anfangsetat von 40 Milliarden Euro

Diverse spanische Baukonzerne interessieren sich für den in diesem Mammut-Projekt vorgesehenen Bau von Flughäfen, Häfen, Straßen, Schnellstraßen und Schnellzugverbindungen.

Xi Jinping ist der geistige Vater des Seidenstraßen-Projektes. Mit einem Anfangsetat von 40 Milliarden Euro sollen alle möglichen Verbindungen seines Landes mit der westlichen Welt geschaffen werden. Die Asiatische Infrastruktur-Investmentbank (Asian Infrastructure Investment Bank, AIIB), die aufgrund der Dominanz der US-Amerikaner im Internationalen Währungsfonds auf Initiative Chinas gegründet wurde und von diversen Staaten, wie Spanien, unterstützt wird, soll ebenfalls mehrere Millionen Euro beisteuern.

Einladung von Felipe VI. an Xi Jinping

Bei dem in Peking abgehaltenen Seidenstraßen-Forum überbrachte der spanische Präsident seinem chinesischen Amtskollegen die Einladung von König Felipe VI. zu einem Spanien-Besuch und hob die Erholung der spanischen Wirtschaft hervor. Bei der Rede Rajoys vor dem Forum, an dem auch sein italienischer Amtskollege Paolo Gentiloni und Griechenlands Alexis Tsipras teilnahmen, wies er erneut auf das große Potenzial von Spaniens Baukonzernen hin und auf die Tatsache, dass es sich bei Spanien um ein Land mit einem ausgedehnten, modernen Schienennetz handelt.

Doch nicht nur für die heimischen Baukonzerne war Rajoy in China diplomatisch unterwegs, denn das Land der Mitte ist für Spanien auch wegen seines Tourismussektors, der Offenheit für die spanische Sprache (an 118 chinesischen Universitäten wird Spanisch unterrichtet) und deren Potenzial an Sportlern von großem Interesse. Spanische Fußballkundschafter schauen sich regelmäßig in China nach Nachwuchstalenten um, während zunehmend die Spiele aus Spanien auch im chinesischen Fernsehen übertragen werden.




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