Plusvalía falsch berechnet


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Mindestens 40 kanarische Gemeinden kassierten zuviel

Der gemeinnützige Verein zum Schutz des Steuerzahlers “Asociación Davide“ mit Sitz auf Gran Canaria und Teneriffa prangert die falsche Berechnung der Plusvalía-Steuer in fast allen Stadt- und Gemeindeverwaltungen der Kanaren an.

Die Plusvalía ist eine kommunale Steuer, die beim Verkauf einer Immobilie anfällt. Sie wird vom Verkäufer auf die Differenz des aktuellen Katasterwertes des Grundstücks, auf dem die Immobilie steht und dem Katasterwert zur Zeit des Erwerbs des Grundstücks erhoben.

Angeregt durch zwei Gerichtsurteile aus der spanischen Provinz Cuenca hat die „Asociación Davide“ (www.asociaciondavide.es) stichprobenartig Plusvalía-Berechnungen aus über vierzig kanarischen Gemeinden und weiteren dreißig auf dem spanischen Festland nachgerechnet. Das Ergebnis war, dass alle Verwaltungen sich zu ihren Gunsten verrechnet hatten. Daraus, dass nahezu die Hälfte aller kanarischen Gemeinden untersucht wurden, schließt Davide, dass dieser notorische Fehler bei der Berechnung der Plusvalía mit hoher Wahrscheinlichkeit überall auf den Inseln vorkommt.

Über die eigenen Erhebungen hinaus zitiert die Asociación Davide eine Studie, die im Auftrag des Spanischen Gemeindeverbandes (FEM) von vier Steuerrechtsprofessoren durchgeführt wurde. Schon 2008 wiesen diese auf die fehlerhafte Art der Berechnung der Plusvalia-Steuer hin und empfahlen eine Abänderung der Berechnungsmethode, wie sie auch in den obengenannten Urteilen vorgeschlagen wird.

Obwohl der vollständige Name der Steuer, „Steuer auf den Anstieg des Wertes der Grundstücke urbaner Natur“, schon besagt, dass es um die Besteuerung des Wertes geht, den das Grundstück seit seinem Ankauf hinzugewonnen hat, wird die Steuer offenbar regelmäßig und fälschlicherweise auf der Grundlage des gesamten Katasterwertes berechnet.

Bei den Stichproben der Asociación Davide ergaben sich Beträge zwischen 1.500 und 50.000 Euro, die zu viel erhoben wurden. Der Verein hält es nach eigenen Hochrechnungen für möglich, dass dem Steuerzahler in allen 8118 Gemeinden Spaniens zusammengenommen Schaden in einer Größenordnung von acht Milliarden Euro entstanden ist.




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