Neue Masche beim Time-Sharing-Betrug


Foto: Pixabay

Eine vermeintliche Anwaltskanzlei betrog mehrere Besitzer von Ferienwohnrechten

Teneriffa – Die Nationalpolizei hat eine kriminelle Bande zur Strecke gebracht, die Time-Sharing-Kunden um 130.000 Euro betrogen hat. Die Ermittler nahmen drei Männer von 25, 30 und 55 Jahren fest, die aus Italien und Großbritannien stammen. Ihnen werden drei Betrugsstraftaten und die Mit- gliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen. Weiteren sechs Beteiligten werden dieselben Delikte zur Last gelegt, sie konnten jedoch bisher nicht festgenommen werden, weil sie sich im Ausland aufhalten oder ihr Aufenthaltsort unbekannt ist.

Die Ermittlungen nahmen im Februar des Jahres 2018 ihren Anfang, als die erste Anzeige wegen Betrugs einging. Zwei weitere Anzeigen folgten. Alle wurden von britischen Staatsbürgern erstattet. Durch die Aussagen der Geschädigten konnte die Vorgehensweise und die Identität der Betrüger festgestellt werden. Diese hatten sich auf dem Schwarzmarkt oder von illoyalen Mitarbeitern der betreffenden Unternehmen Listen verschafft, in denen die Eigentümer von Ferienwohnrechten aufgeführt waren, die sich von ihrem Time-Share-Unternehmen betrogen fühlten oder sonstige Probleme damit hatten.

Dann begann die Bande mit einer Telemarketing-Kampagne. Die Betrüger stellten sich bei den in der Liste aufgeführten Personen als Anwaltskanzlei vor, die ein Verfahren gegen die Time-Share-Firma, die sie betrogen habe, gewonnen hätten und rieten den Opfern, sich mithilfe dieser angeblichen Kanzlei ihr Geld zurückzuholen. Dann gab es Schriftwechsel, die auf gefälschten Dokumenten beruhten, und mehrere Zahlungen für die Führung des Prozesses wurden verlangt. Durch die gefälschten Schriftstücke, die scheinbar von Gerichten und den Steuerbehörden stammten, verschafften sie sich die notwendige Glaubwürdigkeit, damit die Kunden immer wieder Geld überwiesen, bis sie des Betruges gewahr wurden.

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