Neue Anreize zum Hauskauf oder zur Renovierung


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Steuersenkungen und -vergünstigungen sollen Wirtschaft in Schwung bringen

Nachdem die spanische Regierung am 19. August u.a. die Senkung der Mehrwertsteuer IVA von 8% auf 4% beim Kauf neuer Immobilien beschloss, hat auch die kanarische Regierung bei ihrer Sitzung am 25. August ähnliche Maßnahmen ergriffen. So kam man überein, die beim Kauf neuer Immobilien anfallende kanarische Mehrwertsteuer IGIC von 5% auf 2,75% abzusenken und Hausrenovierungen mit Steuervergünstigungen zu belohnen.

Ziel dieser Regelungen ist, den Immobilienmarkt und die Bauwirtschaft in Schwung zu bringen und die Schwarzarbeit zu bekämpfen.

2,75% IGIC beim Kauf eines neuen Eigenheims

Die Senkung der kanarischen Mehrwertsteuer IGIC von 5% auf 2,75% beim Kauf einer neuen Immobilie unterliegt zwei Bedingungen. Zum einen muss das neue Haus oder die neue Wohnung als erster Wohnsitz gedacht sein; zum anderen darf der Kaufpreis 150.000 Euro nicht übersteigen. Das bedeutet, dass ein Immobilienkäufer maximal 3.375 Euro einsparen kann. [Im Vergleich: die spanische Regierung senkte die Mehrwertsteuer von 8% auf 4%, ohne Limit des Kaufpreises, nur gültig bis Ende dieses Jahres.] Noch muss das kanarische Parlament diese Maßnahme absegnen, die bis 31. Dezember 2012 gelten soll. Die neue Regelung verfolgt eine Ankurbelung des Immobilienmarktes.

Abschreibung von 10% der Renovierungskosten

Außerdem einigte sich Paulino Riveros Regierungsteam auf die Einführung einer neuen Steuervergünstigung für Hausrenovierungen. Vorgesehen ist eine Abschreibung in Höhe von 10% der Kosten bei der Einkommenssteuer IRPF. Pro Jahr können Renovierungskosten bis zu 5.000 Euro geltend gemacht und folglich höchstens 500 Euro angerechnet werden; überschreiten diese die 5.000 Euro, können die Kosten auf bis zu drei Jahre verteilt werden, sodass maximal 15.000 Euro geltend gemacht und maximal 1.500 Euro angerechnet werden können. Die Steuervergünstigung gilt nur für Renovierungsarbeiten in privaten Wohnhäusern und Wohnungen, nicht in wirtschaftlich genutzten Gebäuden, Garagen oder Sportanlagen. Diese Maßnahme soll im Rahmen des kanarischen Haushalts 2012 Ende Dezember vom Parlament bestätigt werden, gilt laut kanarischer Regierung jedoch schon ab 1. September. Ziel ist, die Bauwirtschaft in Schwung zu bringen. Da die Auftraggeber nur bei Vorlage einer Rechnung in den Genuss der Abschreibung kommen, soll gleichzeitig auch die Schwarzarbeit gemindert werden.

Bei Bekanntgabe der Maßnahmen äußerte der kanarische Präsident Paulino Rivero: „Unsere Politik ist auf die Wiederbelebung der Wirtschaft – insbesondere Bauwesen und Immobilienmarkt – ausgerichtet und auf die Schaffung von Arbeitsplätzen. Außerdem ist dies ein Weg, die Schwarzarbeit zu beenden.“ Die Regierung glaubt, mit Hilfe der Regelungen könnten 10.000 Arbeitsplätze geschaffen werden.

Insgesamt positiv, jedoch nicht ausreichend

Antonio Plasencia, Präsident des Bauunternehmerverbandes der Provinz Santa Cruz de Tenerife (Fepeco), äußerte sich gegenüber einer Tageszeitung insgesamt positiv über die Maßnahmen, allerdings kritisierte er, dass die Senkung der Mehrwertsteuer IGIC auf Immobilienkäufe im Wert von maximal 150.000 Euro beschränkt sei, da dies nicht der Realität des kanarischen Immobilienmarktes entspräche. Laut Placencia sei es besser, das Limit bei 250.000 Euro anzusetzen. Insofern forderte er die Regierung auf, noch einmal den Höchstbetrag zu überdenken. Plasencia begrüßte die Steuervergünstigung bei Hausrenovierungen, da diese für viel mehr Arbeitsstellen sorgen würden als Großprojekte.

Doch erinnerte der Präsident von Fepeco auch daran, dass die Menschen aufgrund der internationalen Wirtschaftskrise stark an Vertrauen verloren hätten und der Zugang zu Bankkrediten stark erschwert sei. Insofern sei es grundlegend, dass die Banken ihre Bedingungen zur Kreditvergabe auflockern.




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