Nationalbank: Wirtschaft zieht wieder an


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Die globale Lage hat sich verbessert

Madrid – Die Spanische Nationalbank hat mit viel Vorsicht verlauten lassen, dass die Verlangsamung des Wirtschaftswachstums nachlassen könnte. Óscar Arce, Direktor für Wirtschaft der Nationalbank, erklärte, man müsse noch die neuesten Daten abwarten, aber derzeit gehe man davon aus, dass, auch dank der leichten Erholung der Weltwirtschaft, zumindest nicht mehr von einer „klaren“ Abschwächung des Wirtschaftswachstums gesprochen werden könne.
Aufgrund der bislang vorliegenden Daten geht die Bankenaufsicht davon aus, dass die Wirtschaft im vierten Quartal wie bereits im dritten Quartal um 0,4% wachsen und zum 31. Dezember ein Jahreswachstum von 1,6% verzeichnet wird. Zwar handelt es sich dabei um ein geringes Wachstum, aber eben ein Wachstum und keine Rezession.
Arce begründet seine Prognosen mit der positiven Entwicklung bei der Zahl der Sozialversicherten. Nach deren Abnahme in den Sommermonaten verbesserte sich die Zahl der Beitragszahler im September und stieg im Oktober sogar um 106.541 neue Mitglieder – der zweithöchste Anstieg in einem Oktobermonat seit Erfassung der Daten – weiter an. Laut Arce sei der Abbau von Arbeitsplätzen zurückgegangen.
Die der Bankenaufsicht vorliegenden Daten werden von denen des Finanzamtes untermauert. Letzteres geht sogar von einem Wirtschaftswachstum im letzten Quartal von 0,5% aus.
Die Verbesserung der Wirtschaftslage in Spanien wird durch die positive Entwicklung im Ausland gestützt. Deutschland hat die Rezession abwenden und die Exportzahlen verbessern können. Die schlimmsten Szenarien des Brexit und eines Handelskrieges sind zumindest momentan erst einmal kein Tagesthema mehr. Die Bestellungen für Stahl, Kupfer und Aluminium –Indikator für die bevorstehende Entwicklung der Weltwirtschaft – sind angestiegen, möglicherweise aufgrund einer positiven Entwicklung der chinesischen Wirt­-
schaft. In den USA ist in diesem Jahr die Wirtschaft um stabile 2,1% des Bruttoinlandsproduktes (BIP) angewachsen, was insbesondere auf den positiv verlaufenden Konsum zurückzuführen ist. Gemäß Manuel Balmaseda, Wirtschaftsexperte von Cemex, einem global tätigen Baustoffhersteller mit Schwerpunkt Zement und Sitz in Mexiko konnten das konstante Verhalten des Konsums und der Dienstleistungen den Rückgang bei der Industrie ausgleichen. Insgesamt gehen die Experten davon aus, dass die Weltwirtschaft von einer Rezession zu einer Bremsung übergehen wird.
Auch im Automobilsektor gibt es gute Nachrichten. Die Branche entwickelt sich nach einem Einbruch wieder positiv, die Zahl der Bestellungen hat wieder zugenommen. Wobei dieser Sektor in Spanien weniger betroffen ist als im Rest Europas: Der Dachverband Anfac meldete, im Oktober hätten die Produktionszahlen den Stand von 2007 wiedererlangt. Über das Jahr wurde dennoch ein Rückgang von 0,8% verzeichnet.
Nicht alle Indikatoren fallen positiv aus. So haben in Spanien der Dienstleistungssektor und die Industrie bis September einen Rückgang erfahren.

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