Mediziner gingen auf die Straße


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Am 17. November protestierte das medinzinische Personal gegen die Etatkürzungen

Während die Patienten am 17. November fast schneller zur Behandlung aufgerufen wurden als sonst, demonstrierten Tausende Mediziner, Krankenpfleger und Bürger auf den Straßen von Santa Cruz de Tenerife und Las Palmas de Gran Canaria gegen die Etatkürzungen im kommenden Jahr.

Nachdem Ende Oktober bekannt wurde, dass der Etat für das Personal des kanarischen Gesundheitssystems (SCS) 2012 um fast 50 Millionen Euro gekürzt und dies durch die Verlängerung der Arbeitszeit von 35 auf 37,5 Stunden finanziert werden soll, hatten die Gewerkschaften CC.OO., UGT, Satse, Sepca und Cesm zum Streik am 17. November aufgerufen (das Wochenblatt berichtete).

Da das Gesundheitsressort der kanarischen Regierung einen Mindestdienst von 150% vorgeschrieben hatte und anscheinend zusätzliches Personal einsetzte, bemerkten die Patienten den Streik so gut wie gar nicht; teils mussten sie sogar weniger auf ihren Arzt warten als gewöhnlich. Seitens des Gesundheitsressorts jedenfalls wurde bekannt gegeben, dass nur 8% des Personals die Arbeit niederlegte; laut der Gewerkschaften sollen es 75% gewesen sein.

Doch am späten Nachmittag machte sich der Ärger der Mediziner, Krankenhelfer und Bürger auf den Straßen der beiden Provinzhautpstädte Luft. Allein in Santa Cruz demonstrierten um die 4.000 Menschen gegen den gefürchteten Stellenabbau, die Verschlechterung des Gesundheitswesens und die Verlängerung der Wartezeiten.

Die Organisatoren bezeichneten den Anklang der Demos als vollen Erfolg, wollen weiterhin immer donnerstags zu Versammlungen aufrufen und erwägen weitere Streiks.

Anfang Dezember droht ein weit schwerwiegender Streik

Nur zwei Tage vor dem Streik der Mediziner und Krankenpfleger kündigte die Gewerschaft Asamblea 7 Islas eine Arbeitsniederlegung des von ihr vertretenen Personals (Verwaltung, Reinigung, Wartung, Küche, etc.) für die Tage 5., 7. und 9. Dezember an.

Dieser Streik könnte sich um einiges schwerwiegender auswirken und das Gesundheitssystem lahmlegen. Zum einen unterliegen diese Angestellten des kanarischen Gesundheitssystems nicht einem Mindestservice, d.h. praktisch alle können streiken, zum anderen ist der reibungslose Betrieb der Krankenhäuser und Gesundheitszentren ohne diese Kräfte unmöglich. Hinzu kommt, dass die gewählten Streiktage zwischen Wochenenden und Feiertagen liegen.




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