Kohleverbrauch Spaniens um 28% gestiegen


Große Trockenheit legte zum zweiten Mal in drei Jahren die Wasserkraftwerke vorübergehend lahm

Madrid – Der energetische Wandel kommt nicht so recht voran. Auch im vergangenen Jahr 2017 führte Spanien wieder die Liste derjenigen Länder an, in denen der relative Verbrauch an Kohle gestiegen ist. Dies ist vor allem der großen Trockenheit geschuldet, die dazu geführt hat, dass weniger Strom durch Wasserkraft erzeugt werden konnte, weshalb die Kohlekraftwerke die Lücke füllen mussten.

So stieg der Kohlekonsum, auf das ganze Jahr gesehen, um 28,5% an, stärker als in jedem anderen Land der Welt. Es ist schon das zweite Mal in den letzten drei Jahren, dass das Land in dieser Kategorie den Spitzenplatz besetzt, denn 2015 trat dieselbe Situation des Regenmangels schon einmal ein.

Der Präsident des Verbandes der spanischen Erdölindustrie, Luis Aires, erklärte, der starke Anstieg des Kohleverbrauchs müsse als Warnsignal verstanden werden, das dazu führen sollte, die Überwachungsmechanismen, welche die fortschreitende Umstellung auf sauberere Energieerzeugungsformen sicherstellen sollen, zu stärken.

Während sich in Spanien die Nachfrage nach Kohle um 28% erhöhte, stieg sie weltweit nur um 1% und in Europa um 0,7% an. China ist weltweit mit einem Konsum von 1,89 Milliarden Tonnen der größte Verbraucher von Kohle – dies macht 50% des globalen  Konsums aus.

Im europäischen Vergleich liegt Spa­nien, was den Gesamtverbrauch angeht, mit 13,4 Millionen Tonnen an fünfter Stelle hinter Deutschland, der Türkei, Polen und Tschechien.

Die erhöhte Nachfrage führ­te zu einer Ausweitung der Koh­leförderung, die weltweit um 3,2% anstieg. Auch hier spielt China mit fast der Hälfte der Weltproduktion die größte Rol­le. Auch die spanischen Minen erhöhten ihre Fördermengen auf eine Million Tonnen, ein An­s­tieg von 47% gegenüber dem Vorjahr, jedoch immer noch um den Faktor sechs geringer als noch vor zehn Jahren.




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