Kanaren und Afrika rücken zusammen


Delegation von Investoren reiste nach Mauretanien

Etwa 40 Geschäftsleute der Kanarischen Inseln sind Mitte Mai in die Hauptstadt Mauretaniens gereist, um sich über Investitionsmöglichkeiten in dem Nachbarland zu informieren. Die Erwartungen dort sind hoch, da Mauretanien in der Sahara kürzlich auf Öl gestossen ist und fest damit gerechnet wird, schon im nächsten Jahr bis zu sieben aktive Förderanlagen in Betrieb zu haben.

Noukakchott (Mauretanien) – Die Investoren trafen sich mit etwa 60 afrikanischen Geschäftsleuten und wurden begleitet vom kanarischen Wirtschafts- und Finanzminister José Carlos Mauricio und dem spanischen Botschafter in Mauretanien, Alejandro Polanco.

„Wir sind Afrikaner“

Entgegen seinen bisherigen Bemühungen, die Kanaren stets als europäisch hinzustellen, eröffnete Mauricio das Treffen mit den Worten „Wir sind Afrikaner“ und spielte damit auf die geographische Lage der Inseln an. In seiner Ansprache sagte er, die Kanaren hätten sich zu lange nach Madrid und die afrikanischen Länder nach Paris orientiert, statt untereinander Handel zu treiben und die Möglichkeiten der direkten Nachbarschaft zu nutzen. Er unterstrich die Notwendigkeit zum Ausbau der See- und Luftverbindungen zwischen den Kanaren und Afrika, die so im Norden zur Fortführung der Panafrikastraße würden, die die westafrikanischen Staaten miteinander verbindet.

Er wies auf die vielen Stärken der Kanaren hin, die für Mauretanien interessant seien – etwa die akademischen Einrichtungen auf den Inseln, das Know-how im Bereich der Entsalzungs- und Kläranlagen oder das Gebiet der Neuen Technologien. Auf der anderen Seite bietet Mauretanien große Mengen an Rohstoffen und Energieresourcen sowie wichtige Fischfanggründe, die mit kanarischen Investoren genutzt werden könnten. Besonders im Bereich Tourismus ist das Land noch sehr rückständig und könnte von den Canarios viel lernen.




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