Kampf ums Überleben


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Weder private noch öffentliche Bauaufträge

Der kanarische Bausektor steht am Abgrund, betrachtet man die neuesten Zahlen des Nationalen Statistikinstituts (INE).

So erreichte die Bruttowertschöpfung im vergangenen Jahr nur 3,578 Milliarden Euro, 7% weniger als 2010. Der Anteil des Bauwesens am kanarischen Bruttoinlandsprodukt (BIP) sank auf 8,6%, der geringste Anteil spanienweit.

In den vergangenen Jahren musste eine große Anzahl der hiesigen Baufirmen schließen, Tausende Arbeitsplätze gingen verloren. Anfang 2008 waren von allen kanarischen Berufstätigen noch rund 15% beim Bau beschäftigt, heute sind es nur noch knapp 7%.

Und es gibt keine Anzeichen für eine Wende, denn im vergangenen Jahr wurden wieder weniger Neubauten von Wohnimmobilien in Angriff genommen, mit nur 47 pro 100.000 Einwohnern die niedrigste Rate spanienweit. Während 2006 noch über 30.000 Bauten begonnen wurden, waren es 2007 nur noch 21.654, 2008 nur 13.751, 2009 nur 4.569 und 2010 nur 1.905. Im vergangenen Jahr waren es 821.

Private Bauaufträge gibt es schon lange kaum noch, und aufgrund des Sparzwangs fallen nun auch die öffentlichen Projekte weg. Ángeles Palmero, Vizepräsidentin des Bauunternehmerverbandes von Teneriffa, Fepeco, erklärte, die Situation sei kritisch. Die Säumigkeit der Auftraggeber, die „brutalen“ öffentlichen Kürzungen und die fehlende Bereitschaft der Finanzinstitute hätten die noch übrig gebliebenen Baufirmen an ihr Limit gebracht. Es müsse nun alles getan werden, um diese zu retten.




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