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40.000 neue Häuser und Wohnungen auf dem Markt

Das Unternehmen für Immobilienschätzung, Tinsa, geht davon aus, dass auf den Kanarischen Inseln mehr als 40.000 neue Wohnhäuser und Wohnungen zum Verkauf stehen.

Laut Tinsa wird dieser Stock erst in circa vier Jahren abgebaut sein. Bis dahin sollen die Preise weiter fallen.

An einer Anfang Oktober von der Handelskammer veranstalteten Tagung, nahmen sowohl Tinsa als auch der Verband der Bauunternehmer der Provinz Santa Cruz de Tenerife Fepeco teil. Kurz vor Beginn der Veranstaltung äußerten sich die Experten über die Situation des kanarischen Immobilienmarktes.

Laut dem Ministerium für wirtschaftliche Förderung und Entwicklung liegt der Stock unverkaufter neuer Wohnhäuser und Wohnungen auf den Kanarischen Inseln bei über 40.000, 23.000 in der Provinz Santa Cruz de Tenerife und 17.000 in der Provinz Las Palmas de Gran Canaria.

Isabel Loro, Repräsentantin von Tinsa auf den Kanaren, gab an, aufgrund der derzeitigen Kaufrate von zwischen acht und elf Wohnimmobilien pro tausend Einwohnern, werde der Abbau des vorhandenen Überhangs circa vier Jahre dauern. Infolgedessen soll erst 2015 der Neubau von Wohnimmobilien wieder in Schwung kommen. Derzeit sei die Aktivität schwach, denn während 2006 noch 19 Wohnhäuser und Wohnungen pro tausend Einwohner gebaut worden seien, läge die derzeitige Rate von angefangenen Neubauten bei unter zwei pro tausend Einwohner. Loro betonte, diese Einschätzungen beruhten auf Daten des Ministeriums für wirtschaftliche Förderung und Entwicklung, dabei seien jedoch die Zahlen über zum Verkauf stehender Immobilien aus zweiter Hand noch nicht einmal hinzugerechnet worden. Fernando Montero von Tinsa fügte hinzu, während der Krisenjahre seien die Wohnimmobilien auf den Kanaren um schätzungsweise 20 Prozent billiger geworden, und kündigte ein weiteres Sinken der Preise bis zum Abbau des vorhandenen Stocks an.

Ángeles Palmero, Vizepräsidentin von Fepeco, gab zu verstehen, die Bauunternehmen seien sehr besorgt über die Entwicklung des Sektors. Palmero kritisierte die Geldinstitute und deren derzeitige Politik, kaum Kredite an Käufer und Bauunternehmen zu vergeben. Außerdem warf sie diesen unlauteren Wettbewerb vor, weil sie finanzierungssuchenden Käufern ihre eigenen Immobilien anböten.

Montero fügte hinzu, spanienweit befänden sich zwischen 300.000 und 800.000 Wohnimmobilien im Eigentum von Banken und Sparkassen. Solange dieser Stock nicht abgebaut sei, würde es kaum eine Verbesserung der Situation geben. Der Experte forderte eine Reorganisierung des Bankensystems.

Des Weiteren kritisierte Montero, es sei „unglaublich“, dass in Spanien 200 Tage bis zur Vergabe einer städtischen Baugenehmigung vergehen. Dies würde ausländische Investoren abschrecken.

Außerdem wies der Immobilienexperte auf die Möglichkeiten des Mietgeschäfts hin. Laut Montero seien die Spanier beharrlich und würden auf Eigentum setzen, was sich wiederum aufgrund fehlender Mobilität negativ auf den Arbeitsmarkt ausgewirkt habe. Doch die Zeiten änderten sich.




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