Immobilienmarkt in der Krise


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Berufsverband der Immobilienmakler spricht von der Schließung von bis zu 40% der Immobilienbüros auf den Inseln

Die Banken haben den Hahn zugedreht. Hypotheken und Kredite sind derzeit nur schwer zu kriegen. Die Lebens­haltungskosten sind in die Höhe geschossen und die Gehälter eingefroren. Die Auswirkungen waren zu erwarten. Schon lange lief das Immobiliengeschäft auf den Inseln nur noch schleppend.

Jetzt hat der Berufsverband der Immobilienmakler durch seinen Vorsitzenden auf den Kanaren den Ernst der Lage publik gemacht. Alfredo Sosa gab zu, dass in den letzten Monaten bis zu 5.000 Immobilienbüros geschlossen wurden, was fast 40% des gesamten Marktes ausmacht. Diese Firmenauflösungen haben zu einer Säuberung des Marktes geführt, denn nach Auskunft von Sosa haben die seriösen Immobilienbüros mit guten Verkäufern die Krise bislang überlebt. In den nächs­ten sechs bis acht Monaten rechnet Sosa mit einer Steigerung der Nachfrage, denn in dieser Zeit sei mit einer Stabilisierung der Preise zu rechnen. Denn nach Erreichen dieses Tiefpunkts und der Säuberung des Marktes rechnen die Makler damit, dass die Preise nicht mehr so stark steigen werden wie in den letzten Jahren. „Die Preissteigerung auf dem Immobiliensektor wird in den nächsten drei Jahren unter der Inflation liegen“, vermutet Alfredo Sosa. Auch die überzogenen Preisforderungen werden nach Ansicht des Verbands nicht von Dauer sein. Auf einem Markt mit einem Überangebot und einer schwachen Nachfrage werden Anbieter und Kunden sich schließlich an den Preisen der tatsächlich verkauften Objekte orientieren.

Nachfrage um 28% gesunken

Die Nachfrage auf dem Gebiet der Neubauwohnungen ist auf den Kanarischen Inseln zwischen Januar und Juni 2007 erheblich zurückgegangen. In der Provinz Las Palmas sank die Nachfrage um 26%, in der Provinz Teneriffa um 28%. Dennoch stiegen im selben Zeitraum die Immobilienpreise in Las Palmas um 7% und in Santa Cruz de Tenerife um 6,4%. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie der Firma Servicios Técnicos de Marketing aus Santa Cruz. Der Anstieg der Zinssätze und die hohen Immobilienpreise werden als Hauptgründe für die rückläufige Nachfrage angeführt. Die Marktstudie zeigt außerdem das vorhandene Überangebot auf. „Wir schätzen, dass der Bestand an nicht verkauften Neubauwohnungen im letzten Vierteljahr 2007 in der Provinz Teneriffa bei 17.000 und in der Provinz Las Palmas bei 12.000 lag“, heißt es.

Nach Auskunft von Servicios Técnicos de Marketing liegt der Quadratmeterpreis auf dem freien Wohnungsmarkt in der Provinz Las Palmas derzeit bei 1.913 Euro, in der Provinz Teneriffa bei 1.771 Euro.

Dass die Krise nicht nur ein kanarisches Problem ist, beweist eine Analyse von sieben großen Immobiliengesellschaften in Spanien. Diese ergab, dass im letzten Vierteljahr 2007 über 200 Millionen Euro Verluste verbucht wurden.




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