Ideen für einen anhaltenden Aufschwung im Tourismus


© Turismo de Tenerife

Hotelverbände richten sich mit konkreten Vorschlägen an die neue kanarische Regierung

Im Juli trafen sich die Vorstände der kanarischen Hotelverbände auf Teneriffa und entwickelten neue Ideen mit dem Ziel, den seit Jahresanfang andauernden Aufwärtstrend im Tourismus zu festigen.

Die Maßnahmen sollen der neuen kanarischen Regierung unterbreitet werden und in Zukunft die Wettbewerbsfähigkeit des kanarischen Tourismus verbessern und für eine wirtschaftliche Erholung sowie die Schaffung von Arbeitsplätzen sorgen.

José Fernando Cabrera, Präsident des Hotelierverbandes der Provinz Santa Cruz de Tenerife (Ashotel), Fernando Fraile, Präsident des Hotelierverbandes von Las Palmas de Gran Canaria (FEHT), Susana Armas, Präsidentin des Hotelierverbandes von Lanzarote (Asolan) und Antonio Hormiga, Präsident der Hotelvereinigung von Fuerteventura (AEHT), stimmten überein, dass der kanarische Tourismus vor allem an Wettbewerbsfähigkeit zunehmen müsse. Grundlegende Voraussetzung sei eine enge Zusammenarbeit des öffentlichen und des privaten Sektors. Die Ideen im Einzelnen:

Werbung

Nach Meinung der Hotelverbände müsse insgesamt mehr Geld für Werbung zur Verfügung gestellt und diese intensiver betrieben werden.

Außerdem sollten neue Märkte und Segmente aufgetan und erschlossen werden.

Auch befürworteten die Unternehmer dauerhaft gesenkte Flughafengebühren als Lockmittel für Fluggesellschaften, um Verbindungen zu den Kanaren aufzunehmen oder auszuweiten.

Flugverbindungen

Die Hotelverbände schlagen die Eingliederung der Abteilung Flugverkehr in das Tourismus-Ressort der kanarischen Regierung vor, da je eins zum anderen gehöre und die Verhandlungen mit den Fluggesellschaften über die Aufnahmen neuer Verbindungen klarer und geradliniger verlaufen würden.

Um den Festlandstourismus anzukurbeln sollten preisgünstige Flugbrücken zu den wichtigsten spanischen Städten eingerichtet und der Residenten-Rabatt auf europäische Bürger ausgeweitet werden. Eine solche Maßnahme könnte die Spanier zu mehr Kurztrips auf die Kanaren motivieren.

Auch bringen die Hotelverbände das Problem der teils teuren Flüge zwischen den Inseln auf den Tisch, aufgrund dessen die Erstellung von Urlaubspaketen mit Aufenthalten auf verschiedenen Inseln erschwert würde. Eine mögliche Lösung wäre die Einführung einer Art Einheitstarif („tarifa plana turística canaria“).

Gesetzliche Regelungen

Zwar sieht das Dekret 212/2005 vom 15. November vor, jedes öffentliche bzw. touristische Schwimmbad müsse über einen ausgebildeten Rettungsschwimmer verfügen, doch gibt es auf den Kanaren derzeit zu wenig geschultes Personal. Insofern schlagen die Hotelverbände der Regierung vor, erst einmal nur für gefährlichere Anlagen und Schwimmbäder mit mehr als 1,50 m Tiefe Rettungsschwimmer vorzuschreiben.

Außerdem fordern die touristischen Unternehmer von der kanarischen Exekutive eine Vereinfachung der amtlichen Verfahren und eine Vereinheitlichung der gesetzlichen Regelungen.

Ausbildung

Die Hotelverbände schlagen vor, dass Hecansa (kanarische Hotelfachschulen) spezialisiertere Ausbildungen anbietet, die sich auch an mittlere und hohe Posten richtet. Es wird vorgeschlagen, das Ausbildungsangebot zu analysieren und anzupassen.

Infrastrukturen

Neben der Forderung nach weiterer Aufstockung der für die Erneuerung der Urlaubsorte von der kanarischen Regierung zur Verfügung gestellten Gelder fordern die Unternehmer auch von den Banken mehr Bereitschaft zur Vergabe von Krediten. Den Banken sollte verdeutlicht werden, dass zur Erholung der kanarischen Wirtschaft auch Sektoren wie das Bauwesen belebt werden müssten. Gerade dieser Wirtschaftszweig sollte sich in Zukunft auf die Erneuerung und Verschönerung touristischer Infrastrukturen konzentrieren.

Innovation

Weiterhin zeigen die Hotelverbände die Bedeutung der Innovation im Kampf um die Wettbewerbsfähigkeit auf. So fordern sie mehr finanzielle Anreize, die es den touristischen Unternehmern ermöglichen, innovative Ideen umzusetzen, neue Produkte anzubieten oder ihr Angebot auf den neuesten Stand zu bringen. Besonders hervorgehoben wurde die Umsetzung umweltfreundlicher Lösungen, der Kauf neuester Technologie, die Einführung neuer Geschäftsmodelle und eine Senkung der Kosten.




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